Die Herzdruckmassage - so geht's!

Laut dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung E.V. sterben in Deutschland jährlich ca. 65.000 Menschen am plötzlichen Herztod. Am häufigsten verantwortlich für den plötzlichen Herztod ist das Kammerflimmern. Bei einem Herzstillstand müssen sofort Gegenmaßnahmen getroffen werden, da jede Minute, die das Herz nicht schlägt, die Überlebenschance um zehn Prozent sinkt. Wenn Sie also an einer Unfallstelle ankommen, ist schnelles Handeln gefragt. Dafür müssen Sie natürlich genau wissen, was zu tun ist. Hier erklären wir Ihnen, wie genau die Herz-Lungen-Wiederbelebung funktioniert.

herzdruckmassage

Wann kommt die Herzdruckmassage zum Einsatz?

Die Herzdruckmassage für die Wiederbelebung muss dann erfolgen, wenn die Person nicht mehr ansprechbar ist. Doch nicht gleich mit dem Drücken anfangen! Sie sollten erst sorgfältig kontrollieren, ob die Person wirklich in Lebensgefahr ist oder nur kurz das Bewusstsein verloren hat. Das geht zum Beispiel durch lautes Ansprechen oder Rufen, Rütteln und das Setzen von Schmerzimpulsen, wie beispielsweise Kneifen. Wenn die Person dabei nicht aufwacht, ist es Zeit für die Herz-Lungen-Wiederbelebung. 

Wie geht die Herz-Lungen-Wiederbelebung?

Dafür sollte zunächst sichergestellt werden, dass der/die Patient:in auf einer harten Unterlage liegt. Denn zum Beispiel eine Matratze würde die Pumpstöße abfedern und somit die Wirkung der Herzdruckmassage drastisch senken. Der Fußboden oder Rasen ist also eine ideale Unterlage.

Knien Sie sich neben die betroffene Person und schieben Sie Ihre Berührungsängste beiseite, denn die Person schwebt bereits in Lebensgefahr. Zunächst müssen Sie den Brustkorb der Person freimachen, sodass Sie die richtige Stelle für die Herzdruckmassage finden können. Diese liegt in der Mitte des Brustkorbs. Dort legen Sie einen Handballen auf, platzieren Ihre andere Hand darauf und verschränken die Finger, so wie es oben auf dem Bild abgebildet ist. 

Dann strecken Sie die Arme ganz gerade durch und fangen mit den Kompressionen an. Dabei sollten Sie sich mit dem ganzen Gewicht Ihres Oberkörpers auf Ihre Hände stützen und somit idealerweise fünf bis sechs Zentimeter tiefe Kompressionen durchführen. Diese Kompressionen sollten stark und schnell sein, drücken Sie also lieber zu stark als zu schwach. Sie brauchen dabei keine Sorgen zu haben, denn Ersthelfer haften bei der Wiederbelebung nicht für gebrochene Rippen oder andere Schäden. Schließlich versuchen sie aktiv die betroffene Person zu retten. Wenn Sie also ein Knacken hören oder merken, dass Sie eine Rippe gebrochen haben, fahren Sie unbedingt trotzdem mit der Herzdruckmassage fort!

Der gesamte Prozess der Wiederbelebung ist sowohl körperlich, als auch geistig anstrengend. Rufen Sie daher also unbedingt um Hilfe. Dazu gehört sowohl der Krankenwagen per Notruf, als auch lautes Rufen am Unfallort. Denn mit zwei anwesenden Personen können Sie sich alle zwei Minuten abwechseln. Außerdem könnte dann die andere Person bereits den Defibrillator holen oder weitere Hilfe herbeischaffen. Wir bieten Ihnen eine Reanimationshilfe an, die sie durch den kompletten Prozess der Wiederbelebung führt.

Die Herzdruckmassage - wie oft muss man drücken?

Grundsätzlich sollte man auf 100 bis 120 Stöße pro Minute kommen. Das Tempo ist also recht zügig. Um in den richtigen Rhythmus zu kommen, dient das Lied “Stayin’ Alive” von den Bee Gees als Orientierung. Mit dieser Melodie im Kopf können Sie die Geschwindigkeit und den Rhythmus gut einhalten. 

Zusätzlich zur Herzdruckmassage gehört außerdem die Atemspende. Das richtige Verhältnis zwischen den beiden liegt bei 30:2, also müssen Sie 30-mal den Brustkorb eindrücken und dann zwei Atemstöße abgeben. Um den hygienischen Standard dabei zu bewahren, bieten wir Ihnen eine Notfallbeatmungshilfe an.

Wie funktioniert die Atemspende?

Als Laie reicht es, wenn Sie zur Wiederbelebung nur die Herzdruckmassage durchführen. Wenn Sie sich jedoch bereit fühlen oder noch eine zweite Person anwesend ist, sollten Sie auch Atemspenden durchführen. Da Sie sich ja bereits vor der Herzdruckmassage vergewissert haben, dass die Atemwege frei sind, können Sie direkt loslegen. 

Dazu gehört nun auch, den Kopf des Patienten nach hinten zu neigen, sodass das Kinn angehoben wird. Nun müssen Sie die Nase des Patienten mit Daumen und Zeigefinger zudrücken und dessen Mund öffnen. Dann kommt die eigentliche Beatmung. Dafür reicht es, normal einzuatmen, die Lippen um den Mund der betroffenen Person zu legen und auszuatmen. Dabei sollten Sie idealerweise kontrollieren, ob sich dessen Brustkorb hebt und senkt. Das zeigt, dass die Beatmung erfolgreich war. Diesen Vorgang führen Sie dann zweimal durch. 

Setzt die eigene Atmung des Patienten wieder ein, legen Sie die Person in die stabile Seitenlage. Ansonsten muss die Herz-Lungen-Wiederbelebung fortgeführt werden, bis die Rettungssanitäter da sind.

Wie hilft der Defibrillator bei der Wiederbelebung?

Der automatisierte externe Defibrillator (AED) ist ein medizinisches Gerät, welches ein oder mehrere Elektroschocks zur Reanimation abgibt. Das ist notwendig, wenn jemand eine defibrillierbare Herzrhythmusstörung erleidet, wie zum Beispiel Kammerflimmern. Durch den abgegebenen Elektroschock unterbricht er das Flimmern und das Herz kann dadurch wieder gleichmäßig schlagen. Dafür bringt man zwei Flächenelektroden am Brustkorb an, die eine oben auf der rechten Brust des Patienten und die andere an dessen linken Seite auf der unteren Hälfte der Rippen. Die EKG-Analyse und die Einstellung des Elektroschocks nimmt der Defibrillator selbst vor. Der Defibrillator ist besonders für Laien geeignet, da er sprachliche, und manchmal sogar auch bildliche, Handlungsanweisungen abgibt.

Grundsätzlich muss man die Herz-Lungen-Wiederbelebung auch trotz AED fortführen. Doch diese wird zwischendurch unterbrochen, wenn der Defibrillator seine EKG-Analyse durchführt oder die Elektroschocks abgibt. Denn in den Momenten darf niemand den Stromkreis unterbrechen oder die Analyseergebnisse verfälschen. Die genauen Anweisungen dafür gibt aber auch der Defibrillator automatisch. Wenn nun ein Schock abgegeben wurde, muss sich der AED erst wieder aufladen. In dieser Zeit müssen Sie unbedingt die Herzdruckmassage fortführen! Mehr über den Einsatz des Defibrillators erfahren Sie in unserem Artikel “Defibrillator einsetzen und Leben retten”.

Fazit

Die Wiederbelebung ist also an sich gar nicht kompliziert, aber dafür ungemein wichtig! Dabei ist es essenziell, dass Sie Ihre Berührungsängste ablegen und viel Kraft aufwenden. Die Herz-Lungen-Wiederbelebung besteht aus der Herzdruckmassage und der Atemspende. Das Verhältnis von Kompressionen zu Atemspenden ist dabei 30:2. Außerdem ist der Defibrillator eine sehr effektive Wiederbelebungsmaßnahme. Hier unterbricht der AED das Kammerflimmern mit einem Elektroschock.

Sie möchten die Wiederbelebung in einem Erste-Hilfe-Kurs üben? Informieren Sie sich über den Erste Hilfe Kurs im Betrieb hier oder buchen Sie direkt bei unserem Partner Primeros einen Kurs!

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Unser Tipp bei Corona

Wenn Sie aufgrund von Corona oder anderen Krankheiten Angst haben, können Sie bei der Beatmung auch Ihre OP-Maske tragen oder alternativ ein dünnes Tuch unterlegen.

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