Wissenswertes

Vorbeugender Brandschutz in der Arztpraxis

Als MFA oder Arzt haben Sie es täglich mit vollen Wartezimmern und vielen Patienten mit eingeschränkter Mobilität zu tun. Das macht es notwendig, dass ausreichend für die Sicherheit der Anwesenden gesorgt wird. Dabei stellt der vorbeugende Brandschutz eine große Herausforderung dar, die im Praxismanagement berücksichtigt werden muss. Neben dem hektischen Alltagsgeschäft in der Arztpraxis, ist es jedoch schwierig sich ausreichend mit dem Thema auseinanderzusetzen. In unserer Checkliste bieten wir Ihnen einen kompakten Überblick, über die wichtigsten Aspekten. Über spezifische Informationen zum Thema Brandschutz in der Arztpraxis haben wir Ihnen hier Informationen zusammengestellt.

Alle zwei Minuten geht in Deutschland eine Brandmeldung bei der Feuerwehr ein. Der Sachschaden dabei liegt jährlich in Milliardenhöhe. Hinzu kommen tausende Verletzte. Ausgenommen vom Brandrisiko ist eine Arztpraxis natürlich nicht!

Was bedeutet vorbeugender Brandschutz?

Unter vorbeugendem Brandschutz versteht man präventive Maßnahmen, die der Verhinderung eines Brands dienen, bevor der Brand ausbrechen kann, aber auch die Eindämmung bei einem Brandausbruch und das Schaffen von Voraussetzungen für den abwehrenden Brandschutz. Beispielsweise durch die richtigen und voll funktionsfähigen Feuerlöscher.

Bei dem Thema Brandschutz sind sämtliche gesetzliche Vorgaben zu beachten, um Kollegen und Kolleginnen, Patienten und wichtige medizinische Gerätschaften in Ihrer Arztpraxis zu schützen. Wie Sie den Brandschutz in der Arztpraxis organisieren ist von verschiedenen Kriterien abhängig. Mit den wesentlichen Informationen und einem verlässlichen Partner an Ihrer Seite, gehören diese Sorgen jedoch der Vergangenheit an! Im Folgenden geben wir einen Überblick über die wesentlichen Informationen, wie:

  • Welche Risiken gibt es, wodurch kann ein Brand entstehen ?

  • Welche und wie viele Feuerlöscher werden in der Praxis benötigt? Und wann müssen diese gewartet oder ausgetauscht werden?

  • Braucht eine Arztpraxis einen Brandschutzhelfer oder einen Brandschutzbeauftragten?

  • Wer in der Praxis braucht eine Brandschutzunterweisung?

1. Brandschutz in Arztpraxen - muss das sein?

Ja! Mit der Entstehung eines Brandes muss immer gerechnet werden. So zeigt die Brandursachenstatistik des IFS, dass die häufigsten Ursachen von Bränden Elektritzität und menschliches Fehlverhalten sind. Von diesen Risiken ist auch eine Arztpraxis betroffen.

Zu den häufigsten Ursachen der Brandentstehung in einer Arztpraxis zählen:

  • technische Defekte (Elektrizitätsschäden)
  • menschliches Fehlverhalten
  • Umgang mit Gefahrenstoffen (z.B.: alkoholische Desinfektionslösungen oder Reinigungsstoffe)

Umgehen kann man diese potenziellen Gefahrenquellen in der Arztpraxis jedoch häufig nicht, weshalb ein gut organisierter Brandschutz essenziell ist. Nicht nur der passende Feuerlöscher ist wichtig, sondern auch der richtige Umgang mit damit. Wie können die Risiken nun minimiert werden? Wie organisieren Sie den Brandschutz in der Arztpraxis?

2. Welche Feuerlöscher werden in der Arztpraxis benötigt?

Im ersten Schritt sollten Sie prüfen, ob für das Gebäude ein Brandschutzkonzept vorliegt. Aus diesem lässt sich die richtige Art und Anzahl von Feuerlöschern ableiten. Auch bietet die Gefährdungsbeurteilung einen Ansatz für die Bestimmung der notwendigen Feuerlöscher. Sollten beide Informationen aktuell nicht zur Hand liegen bieten Ihnen Kalkulationen einen ersten unkomplizierten Anhaltspunkt. Dabei möchte wir auf den Kalkulator der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) und auch auf den der Brandschutz-Zentrale.de verweisen.

Für Arztpraxen können je nach Rahmenbedingungen verschiedene Arten von Feuerlöschern in Frage kommen.In den folgenden Bereichen der Arztpraxis empfehlen sich vor allem ausgewählte Feuerlöscher:

Anmelde- und Wartebereich:

  • Schaumfeuerlöscher statt Pulverlöscher
  • geeignet für: Brandklasse A und B

Vorteil des Schaumfeuerlöschers ist, dass der Schaum gezielt auf den Brandherd gerichtet werden kann und Folgeschäden, wie durch einen Pulverfeuerlöscher, minimiert werden. Der Schaum kann einfach abgewischt werden.

Behandlungsräume:

  • Kohlendioxid-Feuerlöscher (CO2-Feuerlöscher) / hierbei muss jedoch auf die richtige Größe geachtet werden. Die Berechung sollte lauten: Maximal 1kg CO2 auf 5.5qm Raumfläche
  • gerade für Räume mit hochwertigen technischen Geräten (EKG-Gerät, elektronischer Behandlungsstuhl oder auch Computer- oder Druckeranlagen
  • beim Einsatz von MRT-Technik sind anti-magnetische Feuerlöscher unausweichlich
  • geeignet für: Brandklasse B

Die Vorteile von Kohlendioxid-Feuerlöscher (CO2-Feuerlöscher) liegen zum einen in einer nahezu rückstandsfreien Löschung, zum anderen darin, dass das Löschmittel nicht leitet und somit die Sicherheit für Ihre Brandschutzhelfer, Mitarbeiter und Patienten erhöht. Geeignet ist der Feuerlöscher vor allem für Brände der Brandklasse B.

Was muss noch beachtet werden?

Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Wartung der Feuerlöscher im Abstand von 2 Jahren. Gemäß Herstellerangaben ist darüber hinaus alle 6-8 Jahre ein Austausch des Löschmittels vorgeschrieben.

Die gemäß des Brandschutzkonzepts oder der Gefährdungsbeurteilung festgelegte Anzahl an Feuerlöschern, können sie auch mit unserem Kalkulator feststellen.

Einfach erklärt:

  • die richtige Anzahl an Feuerlöschern lässt sich dem Brandschutzkonzept oder der Gefährdungsbeurteilung entnehmen
  • alternativ können Kalkulatoren zur Ermittlung der richtigen Anzahl verwendet werden (gem. Arbeitsstättenrichtlinie 2.2)
  • Anmelde- und Wartebericht: Schaum-Feuerlöscher mit minimum 6 LE
  • Behandlungsbereich: Kohlendioxid-Feuerlöscher
  • Wartung: alle 2 Jahre
  • Austausch: alle 6-8 Jahre

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3. Braucht eine Arztpraxis einen Brandschutzbeauftragten oder einen Brandschutzhelfer?

Arbeitgeber sind gemäß Arbeitsschutzgesetz §10, Arbeitsstättenrichtlinie 2.2 “Maßnahmen gegen Brände” und der Vorgaben der gesetzlichen Unfallversicherung: DGUV Information 205-023 (BGI/GUV-I 5182) dazu verpflichtet eine bestimmte Anzahl an Beschäftigten als Brandschutzhelfer ausbilden zu lassen. Der Brandschutzhelfer ist eine wichtige Unterstützung bei dem vorbeugenden Brandschutz im Unternehmen und ist geschult, im Brandfall die richtigen Entscheidungen zur Sicherheit der Kollegen und Patienten zu treffen. Auch im Umgang mit dem Feuerlöscher ist der Brandschutzhelfer ausgebildet und kann folgenschwere Brände schon bei der Entstehung verhindern. Die Brandschutzhelferausbildung muss alle 3-5 Jahre aufgefrischt werden.

Die Anzahl der nötigen Brandschutzhelfer in der Arztpraxis richtet sich u.a. nach der Anzahl der Beschäftigten und der Brandgefährdung der Arztpraxis. In der Regel kann man jedoch von mindestens 5 Prozent der anwesenden Mitarbeiter ausgehen. Somit sollte Schichtarbeit und Urlaub der Mitarbeiter berücksichtigt werden.

Einfach erklärt:

  • Ein Brandschutzhelfer ist Pflicht
  • Arbeitsschutzgesetz §10, Arbeitsstättenrichtlinie 2.2 “Maßnahmen gegen Brände” und der Vorgaben der gesetzlichen Unfallversicherung: DGUV Information 205-023 (BGI/GUV-I 5182)
  • 5 Prozent der Beschäftigten müssen mindestens zum Brandschutzhelfer ausgebildet sein
  • Ziel: Sicherstellung von souveränem Handeln im Brandfall
  • Auffrischung: alle 3-5 Jahre

4. Wer muss eine jährliche Brandschutzunterweisung bekommen?

Arbeitgeber sind aufgrund der Bestimmungen des Arbeitsschutzgesetzes, der Betriebssicherheitsverordnung, der Gefahrstoffverordnung und der Unfallverhütungsvorschriften verpflichtet Mitarbeiter im Bereich des Brandschutzes zu unterweisen. Diese Unterweisungen sollten keine langweiligen Pflichtveranstaltungen sein, sondern können im Brandfall Leben retten! Wie auch im Bereich der Brandschutzhelfer drohen bei Nichteinhaltung der Brandschutzunterweisung haftungsrechtliche Konsequenzen.

Die jährliche Brandschutzunterweisung kann hervorragend als „Teambuilding-Event“ betrachtet werden, um so gemeinsam zu wachsen und die Sicherheit der eigenen Arztpraxis zu erhöhen.

Einfach erklärt:

  • der Bestimmungen des Arbeitsschutzgesetzes, der Betriebssicherheitsverordnung, der Gefahrstoffverordnung und der Unfallverhütungsvorschriften verpflichtet Mitarbeiter im Bereich des Brandschutzes zu unterweisen.
  • Unterweisungen können Leben retten

Fazit

Gerade im Bereich der Arztpraxis sollte die Brandschutzprävention in keinem Fall vernachlässigt werden, um die Risiken für Kolleginnen und Kollegen, Patienten und Sachgegenstände so gering wie nur möglich zu halten. Auch spielt die Gewährleistung des Versicherungsschutzes in der Brandschutz-Prävention eine wesentliche Rolle, welche nicht unterschätzt werden sollten. In unserer Checkliste zum vorbeugenden Brandschutz haben wir die wichtigsten Aspekte zusammengefasst. 

Hab Sie noch weitere Fragen oder Anmerkungen? Kontaktieren Sie uns gerne!