Brandschutz in der Tischlerei

Besonders in der Tischlerei kommen unzählige Produkte aus Holz, leicht entzündliche Lacke, Öle und elektrische Maschinen zusammen. All diese Faktoren erhöhen das Brandrisiko erheblich. Und wenn hier erstmal ein Feuer entsteht, verbreitet es sich schnell. Dann ist rasches, gut überlegtes Handeln essenziell, um noch Schlimmeres zu verhindern! Genau dafür ist der vorbeugende Brandschutz in der Tischlerei da: um im Ernstfall souveränes Handeln zu ermöglichen und für die Sicherheit der anwesenden Personen zu sorgen.

Welche Brandschutzmaßnahmen in der Tischlerei zu berücksichtigen sind, erfahren Sie hier. Zusätzlich hilft Ihnen auch unsere Checkliste, alle Vorgaben zu erfüllen.

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Werkzeuge einer Tischlerei

Erhöhte Brandgefährdung in der Tischlerei

Prinzipiell werden alle Betriebe nach der Arbeitsstättenrichtlinie A2.2 in ihrer Brandgefährdung beurteilt. Dabei unterscheidet man zwischen normaler und erhöhter Gefahr. Für die Beurteilung sind alle vorhandenen Stoffe, deren Gefahr für die Umwelt, Menschen und Sachgegenstände, die Wahrscheinlichkeit einer Brandentwicklung und die potenzielle Geschwindigkeit der Brandausbreitung ausschlaggebend. In der Tischlerei entsprechen die Umstände definitiv der erhöhten Brandgefahr. Hier kommen leicht brennbare Materialien, Stäube und entzündliche Flüssigkeiten in Verbindung mit feuergefährlichen Arbeiten. Es können auch trotz Absauganlagen explosionsfähige Luft-Staub-Gemische entstehen. Auch besteht das Risiko, dass sich ein Wärmestau bei ölgetränkten Lappen im Müllsack bildet oder dass sich Kleidung, Becken und andere Oberflächen statisch aufladen.

Aufgrund des hohen Brandrisikos müssen zusätzliche Brandschutzmaßnahmen getroffen werden. Dafür gibt die TRSG 800 den richtigen Umgang mit Gefahrstoffen vor. Außerdem erhöht sich hier die Anzahl der abzudeckenden Löschmitteleinheiten drastisch. Das bedeutet, dass dementsprechend mehr, beziehungsweise größere Feuerlöscher in der Tischlerei notwendig sind. 

Welche Brandschutzmaßnahmen sind nötig?

Brandschutz wird in verschiedene Kategorien eingeteilt, so gibt es den vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz. Vorbeugender Brandschutz bedeutet vor allem Prävention vor Bränden. Dazu gehören sowohl der bauliche, als auch der anlagentechnische und organisatorische Brandschutz. In der Tischlerei ist das also eine wichtige Aufgabe. Insbesondere hier sind vor allem bauliche und anlagentechnische Maßnahmen notwendig, wie zum Beispiel Belüftungsanlagen, Brandschutztüren und Absauganlagen. Auch der Feuerlöscher gehört dazu. Mithilfe des richtigen Feuerlöschers können explizit Entstehungsbrände gezielt und sicher gelöscht werden.

Aber das ist nicht genug! Um wirklich sicher arbeiten zu können, braucht man einen allumfassenden Brandschutz. Teil des vorbeugenden Brandschutzes ist daher auch die räumliche Trennung der verschiedenen Gefahrenbereiche. So ist für Ordnung gesorgt und jede Gefahrenquelle ist einzeln abgesichert. Das verhindert vor allem das Vermischen leicht brennbarer Stoffen mit Zündenergie und leicht entzündlichen Flüssigkeiten.

Über greifbare Schutzmaßnahmen hinaus, gehört auch die richtige Schulung dazu. Demnach ist jährlich eine Brandschutzunterweisung für Mitarbeiter fällig und 5% aller Mitarbeiter müssen zu Brandschutzhelfern ausgebildet werden. All diese Elemente muss man für einen erfolgreichen Brandschutz in der Tischlerei einhalten und beachten.

Der richtige Feuerlöscher in der Tischlerei

Für den optimalen Brandschutz in der Tischlerei spielt vor allem das richtige Löschmittel eine wichtige Rolle. Hier sind vorwiegend Brände der Brandklassen A und B wahrscheinlich. Erstere beschreibt glutbildende Brände, die Brandklasse B ist für Brände flüssige oder flüssig werdende Stoffe geeignet. Beide werden vom Schaumfeuerlöscher abgedeckt. Dieser Löscher hat insbesondere für die Innenräume viele weitere Vorteile, denn das Löschmittel lässt sich nach dem Auslösen einfach entfernen.

Die richtige Position für den Feuerlöscher liegt in einer Höhe zwischen 0,80 und 1,20 Metern. So ist jeder Mitarbeiter in der Lage, den Löscher von der Wand zu nehmen. Alternativ gibt es auch Feuerlöscherständer zum Aufstellen. Besonders bei erhöhter Brandgefahr müssen die Laufwege beachtet werden. Hier darf die maximale Länge des Laufwegs von einem Löscher zum nächsten nur 10m betragen. Dadurch sollte im Ernstfall schnellstmöglich der Brand gelöscht werden können. 

Um die ideale Löschkraft sicherzustellen, muss man jeden Feuerlöscher alle zwei Jahre warten lassen. Auch das Löschmittel muss man regelmäßig überprüfen und alle sechs bis acht Jahre austauschen.

Wieso ist eine jährliche Brandschutzunterweisung notwendig?

Zusätzlich zum Feuerlöscher braucht man für den umfassenden Brandschutz in der Tischlerei auch die passende Ausbildung der Mitarbeiter. So ist es in der Unfallverhütungsvorschrift, dem Arbeitsschutzgesetz, der Betriebssicherheit und der Gefahrstoffverordnung vorgegeben, dass der Arbeitgeber einmal im Jahr eine Brandschutzunterweisung für alle Mitarbeiter durchführen muss. Dabei werden Inhalte, wie das richtige Verhalten im Brandfall oder bei einer Gebäuderäumung und die Entstehung von Bränden vermittelt. Außerdem muss der Arbeitgeber alle Mitarbeiter über Flucht- und Rettungswege, Löschtechniken und die verschiedenen Brandklassen informieren. Dadurch sollen die Mitarbeiter in der Lage sein, im Ernstfall die Situation gut zu überblicken und entsprechend zu handeln.

kurz erklärt

  • Der Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, eine jährliche Brandschutzunterweisung für alle Mitarbeiter durchzuführen

  • Inhalte: Flucht- und Rettungswege, das richtige Verhalten im Brandfall, Umgang mit dem Feuerlöscher

  • Gesetzliche Vorgaben: Arbeitsschutzgesetz, der Betriebssicherheitsverordnung, der Gefahrstoffverordnung und der Unfallverhütungsvorschriften 

Wer muss zum Brandschutzhelfer ausgebildet werden?

Die Brandschutzhelferausbildung ist, im Gegensatz zur Brandschutzunterweisung, nicht für alle Mitarbeiter Pflicht. Tatsächlich müssen laut Arbeitsschutzgesetz §10, den Vorgaben der gesetzlichen Unfallversicherung: DGUV Information 205-023 (BGI/GUV-I 5182) und der Arbeitsstättenrichtlinie 2.2 “Maßnahmen gegen Brände”, mindestens 5% aller Mitarbeiter diese Ausbildung erhalten. Doch insbesondere in Schichtbetrieben sollte dieser Anteil signifikant höher sein, denn die 5% müssen jederzeit auch vor Ort sein. So muss man darüber hinaus auch bei der Einteilung der Urlaubszeiten darauf achten.

Als Brandschutzhelfer sind diese Personen dafür verantwortlich, ihre KollegInnen und Kunden in Sicherheit zu bringen und Panik zu vermindern. Insbesondere der Umgang mit dem Feuerlöscher wird sowohl theoretisch als auch praktisch geübt. Das mindert die Hemmungen vor der Anwendung. Alle drei bis fünf Jahre muss man diese Ausbildung auffrischen.

kurz erklärt

  • 5% der Beschäftigten müssen mindestens zum Brandschutzhelfer ausgebildet sein

  • Souveränes Handeln im Brandfall

  • Auffrischung: alle 3-5 Jahre

Fazit

Die Tischlerei stellt eine besondere, erhöhte Brandgefahr dar. Um für den optimalen Schutz der Mitarbeiter, Kunden und des Gebäudes zu sorgen, spielen alle Entitäten des vorbeugenden Brandschutzes eine große Rolle. Damit sich die anwesenden Personen im Falle eines Brandes schnell helfen können, sind die richtige Schulung und die passenden Werkzeuge wichtig. Das bedeutet, dass für genügend Brandschutzhelfer und die richtigen Löschmittel gesorgt werden muss. Der richtige Feuerlöscher in der Tischlerei ist der Schaumlöscher.

Haben Sie noch weitere Fragen oder Anmerkungen? Kontaktieren Sie uns gerne!