Checkliste zur Gefährdungsbeurteilung

Auf der Website der Brandschutzzentrale kann sich bereits durch die Artikel über den Ablauf einer Gefährdungsbeurteilung, die allgemeinen Fragen zur Gefährdungsbeurteilung und die Fachkunde bei der Gefährdungsbeurteilung umfassend zum Thema Gefährdungsbeurteilung informiert werden. Im Folgenden bieten wir Ihnen nun zusätzlich eine Leitlinie zur selbstständigen Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung. Generell werden sieben Schritte definiert:

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Definieren von Arbeitsbereichen und Tätigkeiten

Bevor eine Einschätzung der Gefahren getätigt werden kann, muss das Unternehmen zunächst in überschaubare Bereiche gegliedert werden. Eine Einteilung kann in Arbeitsbereiche, Räume und Gebäude, Arbeitsabläufe und Personen- oder Berufsgruppen vorgenommen werden. Die Strukturierung ist insbesondere notwendig, um zusammengehörige Einheiten zu erkennen, die vor den gleichen Gefährdungen geschützt werden müssen. Dabei sollte man sich vom Allgemeinen zum Besonderen vorarbeiten.

Ermitteln der Gefährdungen

Um eine Gefährdung zu ermitteln, muss geklärt werden, welche Risiken vorliegen. Dabei sollte neben der Einrichtung des Arbeitsplatzes, der Arbeitsmittel und deren Einsatz auch der Qualifikation der Mitarbeiter berücksichtigt werden. Eine Übersicht über die unterschiedlichen Gefährdungsarten bietet die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG). Neben einer Analyse der im vorherigen Schritt abgegrenzten Tätigkeiten, werden Mitarbeitergespräche als geeignetes Mittel zur Ermittlung von Gefährdungen betrachtet. Die ermitteltem Gefährdungen sind zu dokumentieren.

Beurteilen der Gefährdungen

Um eine Gefährdung zu beurteilen, muss jede ermittelte Gefährdung anhand ihres Risikos gewichtet werden. Dabei spielen die Faktoren Häufigkeit des einzutretenden Risikos und Schwere der Folgen eine wichtige Rolle. Es kann zwischen unvermeidbaren Restrisiken, mittel- und langfristige Risiken und unmittelbare Risiken, die ein sofortiges Handeln verlangen, unterschieden werden. Bestehende sicherheitstechnische Defizite sollten ebenso wie zu erreichende Schutzziele dokumentiert werden, um bei einer späteren Überprüfung den Soll- mit dem Ist-Zustand zu vergleichen.

Festlegen konkreter Arbeitsschutzmaßnahmen

Beim Festlegen von Arbeitsschutzmaßnahmen sollten sich Arbeitgeber an der STOP-Regel orientieren. Dabei sollte versucht werden, die sich aus den Buchstaben ergebende Reihenfolge der möglichen Maßnahmen einzuhalten. Erst wenn eine Beseitigung der Gefahrenquelle nicht möglich ist, sollten technische Maßnahmen geprüft werden.

  • S für Substitution

    • Beseitigen der Gefahrenquelle

  • T für technische Maßnahmen

    • insbesondere bauliche Maßnahmen sollen vor bestehender Gefahrenquelle schützen

  • O für organisatorische Maßnahmen

    • betrieblicher Ablauf, z.B. Zutrittsverbote

  • P für personen- und verhaltensbezogene Maßnahmen

    • Schutzausrüstung aber auch Unterweisungen, Einweisungen 

Durchführen der Maßnahmen

Nachdem konkrete Arbeitsschutzmaßnahmen festgelegt wurden, ist es die Aufgabe des Arbeitgebers, diese nun umzusetzen. Dabei können Betriebsärzte, Fachkräfte für Arbeitssicherheit und auch die Mitarbeiter beratend zur Seite stehen. Grundsätzlich gilt für den Arbeitgeber die Unterweisungspflicht, durch die die Mitarbeiter über geltende Arbeitsschutzmaßnahmen informiert werden müssen.

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Überprüfen der Durchführung und der Wirksamkeit der Maßnahmen

Arbeitsschutz kann nur erfolgreich betrieben werden, sofern die geplanten und durchgeführten Maßnahmen sich in der Praxis auch als wirksam erweisen. Um dies sicherzustellen, sollte überprüft werden, ob die Maßnahmen termingerecht umgesetzt und die potenziellen Gefahrenquellen tatsächlich beseitigt wurden oder sich neue Risiken entwickelt haben.

Fortschreiben der Gefährdungsbeurteilung

Die Gefährdungsbeurteilung versteht sich nicht als einmalig abgeschlossener Prozess, sondern sollte kontinuierlich fortgeschrieben werden. Gründe für eine Anpassung sind sich ändernde Gegebenheiten am Arbeitsplatz aber auch Indikatoren, wie z.B. Arbeitsunfälle oder sich häufende Fehlzeiten bei Mitarbeitern. Der Aufwand einer Fortschreibung hält sich dadurch in Grenzen, da man sich ausschließlich die Bereiche vornehmen sollte, in denen es Änderungen gab.

Fazit

Grundsätzlich sind beim Erstellen einer Gefährdungsbeurteilung zwei Dinge von Bedeutung. Zum einen sollten alle Beurteilungen von Gefährdungen, Ziele, Festlegung und Durchführung von Maßnahmen usw. dokumentiert sein. Dabei erfordert die Dokumentation nach §6 ArbSchG keine bestimmte Art von Unterlagen, es reicht, diese schriftlich in Papierform anzulegen. Zum anderen ist die Kommunikation mit fachlicher Unterstützung (Betriebsarzt, Fachkraft für Arbeitssicherheit, der jeweiligen Berufsgenossenschaft) und insbesondere den Mitarbeitern, die oft am besten wissen, in welchen Bereichen Probleme bestehen, ein geeignetes Hilfsmittel.

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