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Lohnfortzahlung im Krankheitsfall

Ausfallzeiten durch Krankheit

Krankheiten sind ein Problem für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Sie können sich auswirken auf die Arbeitsfähigkeit, Lebensqualität oder Motivation. Es kommen Kosten, Produktivitätsverlusten und Unzufriedenheit auf. 
Um die Folgen von Krankheiten zu vermeiden sind diverse Maßnahmen möglich. Eine davon ist die Gefährdungsbeurteilung.

ca. 60 von 1000

Arbeitnehmer täglich krank gemeldet

15 Krankheitstage

im Durchschnitt jährlich pro Mitarbeitenden

ca. 50%

Betriebe ohne
Gefährdungsbeurteilung

(nach: DESTATIS und NAK)

Folgen von Krankheitstagen:

  • Überstunden für Mitarbeiter, die Ausfälle
    kompensieren müssen
  • Zusätzliches Personal, erhöhte Bereitschaftsdienste 
    und daraus resultierende Mehrkosten
  • Geringere Produktivität und Motivation

Häufige Gründe für Krankmeldungen

  • Muskel-Skelett-Erkrankungen
  • Infektionskrankheiten
  • Atemwegserkrankungen
  • Psychische Erkrankungen oder Stress
  • Verletzungen und Vergiftungen

Krankheiten vermeiden - Gefährdungsbeurteilung

Durch eine Analyse der Arbeitsbedingungen werden diverse Faktoren ermittelt, die die Sicherheit und Gesundheit Ihrer Mitarbeitenden beeinflussen. Folglich können präventive Maßnahmen ergriffen werden um Unfälle, Verletzungen und gesundheitliche Beeinträchtigungen zu verhindern.

Krankheitstage reduzieren

Um Ausfallzeiten durch Krankheit zu reduzieren, können Arbeitgeber und Arbeitnehmer verschiedene Maßnahmen ergreifen. Zum Beispiel können Arbeitgeber ein betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) einführen, das die Gesundheitsförderung, die Prävention und die Wiedereingliederung von erkrankten Mitarbeitern umfasst. Arbeitnehmer können auf ihre Gesundheit achten, indem sie sich regelmäßig bewegen, gesund ernähren, Stress abbauen und Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen. Außerdem können beide Seiten eine offene und vertrauensvolle Kommunikation pflegen, um Probleme frühzeitig zu erkennen und zu lösen.

  • Schaffung einer gesundheitsförderlichen Arbeitsumgebung, die ergonomisch, sicher und angenehm gestaltet ist
  • Förderung einer gesunden Lebensweise, die eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und einen guten Umgang mit Stress beinhaltet
  • Unterstützung einer positiven Arbeitskultur, die von Wertschätzung, Anerkennung und Partizipation geprägt ist
  • Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung, um potenzielle Gefahrenquellen zu identifizieren und zu beseitigen
  • Anpassung der Arbeitsbedingungen, um den physischen und psychischen Anforderungen der Mitarbeiter gerecht zu werden
  • Bereitstellung von Gesundheitsangeboten, wie zum Beispiel Impfungen, Vorsorgeuntersuchungen oder Beratungen
  • Wiedereingliederung nach der Rückkehr von erkrankten Mitarbeitern

Vor allem eine Gefährdungsbeurteilung kann Ihnen eine große Erleichterung sein, um den Überblick über die potenziellen Gefahrenquellen und die dazugehörigen präventiven Maßnahmen zu behalten.

Krankenquote

Die Krankenquote berechnen Sie mit der Formel:

Krankenquote = Summe gemeldete Krankentage / Summe Soll-Arbeitstage x 100

Lohnfortzahlung im Krankheitsfall

Lohnfortzahlung bedeutet, dass der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer bei Arbeitsunfähigkeit infolge von Krankheit für eine bestimmte Zeit das Arbeitsentgelt weiterzahlt. In Deutschland ist die Lohnfortzahlung im Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) geregelt. Das Gesetz gilt für alle Arbeitnehmer, einschließlich Auszubildende, Teilzeitkräfte oder Minijobber.

Voraussetzungen für die Lohnfortzahlung:

  • Das Arbeitsverhältnis besteht seit mindestens 4 Wochen
  • Der Arbeitnehmer ist arbeitsunfähig
  • Die Arbeitsunfähigkeit ist Folge einer Krankheit, die der Arbeitnehmer nicht grob verschuldet hat
  • Der Arbeitnehmer hat seine Arbeitsunfähigkeit dem Arbeitgeber unverzüglich gemeldet und spätestens nach drei Tagen eine ärztliche Bescheinigung vorgelegt

Dauer der Lohnfortzahlung

Die Dauer der Lohnfortzahlung beträgt in der Regel maximal sechs Wochen pro Krankheitsfall. Der Anspruch beginnt mit dem ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit, es sei denn, der Arbeitnehmer hat an diesem Tag noch gearbeitet oder er war an einem arbeitsfreien Tag erkrankt. In diesen Fällen beginnt der Anspruch erst am nächsten Tag. Der Anspruch endet mit dem Ablauf der Arbeitsunfähigkeit oder spätestens nach 42 Kalendertagen. Danach zahlt die Krankenkasse Krankengeld.

Höhe der Lohnfortzahlung

Die Höhe der Lohnfortzahlung entspricht dem Arbeitsentgelt, das der Arbeitnehmer ohne die Arbeitsunfähigkeit erhalten hätte. Dabei werden auch Zuschläge, Zulagen oder Provisionen berücksichtigt, die regelmäßig gezahlt werden. Nicht berücksichtigt werden dagegen Überstundenvergütungen oder einmalige Zahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld.

Der Arbeitgeber kann sich einen Teil seiner Aufwendungen für die Lohnfortzahlung von den Krankenkassen erstatten lassen. Dazu gibt es zwei Umlageverfahren: U1 und U2. Das U1-Verfahren gilt für alle Arbeitgeber mit bis zu 30 Mitarbeitenden und erstattet bis zu 80 Prozent der Lohnfortzahlungskosten bei Krankheit. Das U2-Verfahren gilt für alle Arbeitgeber und erstattet 100 Prozent der Lohnfortzahlungskosten bei Mutterschaft oder Schwangerschaftsabbruch.

Fazit

Der Umgang mit Arbeitsausfällen durch Krankheit und Lohnfortzahlungen erfordert also eine gute Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Beide Seiten sollten sich an die gesetzlichen Regelungen halten und ihre Rechte und Pflichten kennen.

Ihr Kontakt für die Arbeitssicherheit

Firat Akpinar

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