Feuerlöscher

Feuerlöscher kommen in vielfältigen Formen daher. Sie unterscheiden sich in der Technik, (Löschmittel) Inhalt und Aufbau (Technik). Zudem sind sie für unterschiedliche Einsatzbereiche ausgelegt. Und insbesondere in der Lage verschiedene Brände zu löschen. Das drückt sich in der angegebenen Brandklassen aus.

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Sind Feuerlöscher Pflicht?

Grundsätzlich ist die Anschaffung eines Feuerlöschers für jeden sinnvoll und empfehlenswert.  Denn im Falle eines Brandes können so Brandschäden minimiert und Menschenleben gerettet werden. 

Für wen gilt die Feuerlöscher Pflicht?

Gesetzlich sind nur Unternehmen dazu verpflichtet ihre Betriebs- und Geschäftsräume mit Feuerlöschern auszustatten. Die genaue Anzahl und Art legt die ASR 2.2. “Maßnahme gegen Brände” fest. Dabei spielt die Betriebsgröße und die Gefährdungsbeurteilung des Unternehmen eine entscheidende Rolle. 

Für Privathaushalte und -personen hingegen herrscht keine Feuerlöscherpflicht. Doch gerade zu Hause entstehen statistisch gesehen mehr Brände als im betrieblichen Kontext. Unter anderem durch unachtsames Verhalten in der Küche oder  durch unsachgemäße Nutzung von elektronischen Geräten. Daher ist es sinnvoll einen Feuerlöscher für das Zuhause anzuschaffen. Die Kosten sind zudem überschaubar. Feuerlöscher erhöhen die Sicherheit in den eigenen vier Wänden enorm. 

Auch im Auto sollte das Thema Brandschutz nicht zu kurz kommen. Denn laut dem Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft entstehen jedes Jahr alleine 40.000 Fahrzeugbrände. Dabei können kleine Brände einfach und effektiv mit einem Feuerlöscher gelöscht werden.  Entsprechend eignen sich vor allem die kleineren Feuerlöscher z.B. der 2kg Pulverlöscher fürs Auto. Frostsicher sollte er vor allem sein.

Anzahl Feuerlöscher

WIe viele Löscher werden im Betrieb benötigt?

Die Art und die Anzahl der Feuerlöscher wird in der Arbeitsstättenrichtlinie 2.2. festgelegt. Dabei spielen zwei Informationen eine wichtige Rolle:

  • die Gesamtfläche des Unternehmens und
  • die Gefährdungsbeurteilung.

Dabei werden im Unternehmen, Räume und Flächen in unterschiedliche Brandabschnitte eingeteilt. Denn je nach Quadratmetergröße des Brandabschnitts, ist eine bestimme Anzahl an Löschmitteleinheiten, abgekürzt LE erforderlich. Jedem Feuerlöscher wird je nach Art und Größe, eine bestimmte Anzahl von Löscheinheiten zugeordnet. Also sollte bei der Anschaffung eines Feuerlöschers unbedingt auf die LE geachtet werden. 

Hier ist eine Übersicht über die benötigten LE pro Quadratmeter, wenn man von einer normalen Brandgefährdung ausgeht. 

Übersicht Löschmitteleinheiten für den Feuerlöscher Kauf

Wie viele Feuerlöscher werden Bei erhöhten Brandgefährdung benötigt?

Die Gefährdungsbeurteilung ermittelt, ob im Betrieb eine normale oder erhöhte Brandgefährdung vorliegt. Demnach liegt eine erhöhte Brandgefährdung vor, wenn sich im Betrieb z.B. viele entzündbare Materialien befinden oder Arbeiten mit einer Feuergefahr durchgeführt werden beispielsweise Schweißen, Trennschleifen oder Löten. Wenn dies der Fall ist, muss man zusätzliche Brandschutzmaßnahmen ergreifen. Da so die Betriebssicherheit gewährleistet werden kann. Eine Maßnahme ist beispielsweise die Verdopplung der Feuerlöscher bzw. der Löscheinheiten. 

Falls Sie Ihren Bedarf noch nicht kennen, können Sie den mithilfe des Brandschutz-Zentrale Kalkulator berechnen. 

Berechnung der benötigten Anzahl Löscheinheiten

Löscheinheiten dienen über die Grundlast nach qm zur Berechnung der Anzahl Pulver- oder Schaumlöscher. Dabei einfach Anzahl Löscheinheiten der Feuerlöscher addieren, bis Sie zur berechneten Zahl kommen.

Fettbrandlöscher: Menge des Speiseöls oder -fetts in Liter bestimmen. Rating “F” gibt Hinweis bei Löscher. “40F” löscht 40 Liter.

CO2-Löschern:  Pro 11qm Raumgröße max. 1kg Co2 einplanen.

Anzahl Ebenen im Betrieb?

Betriebsfläche in qm

(z.B. für den Außenbereich)

Erhöhte Brandgefährdung?

Notwendige Löscheinheiten

Schaum - Feuerlöscher

Pulver - Feuerlöscher

Fettbrand - Feuerlöscher

Kohlendioxid - Feuerlöscher

Metallbrand - Feuerlöscher

Wasser - Feuerlöscher

Brandklassen bei Feuerlöschern

Warum sind Brandklassen wichtig?

Die DIN E2 kategorisiert die Feuerlöscher nach verschiedenen Brandklassen. Dabei repräsentiert jede Brandklasse eine bestimmte Stoffeigenschaft. Dies ist wichtig da jeder Stoff anders auf einen Brand reagiert. Somit werden Stoffe in Brandklassen zusammengefasst, damit man auch zum richtigen Löschmittel greifen kann.

Handelt es sich beispielsweise um einen Fettbrand ist Wasserfeuerlöscher nicht geeignet. Denn im schlimmsten Fall führt dies zu einer Fettexplosion! Da eignet sich nur ein Feuerlöscher der mit der Brandklasse F gekennzeichnet ist. Deshalb sollten Sie beim Kauf eines Feuerlöschers auf die Kennzeichnung der Brandklassen achten. Damit Sie im Ernstfall zum richtigen Feuerlöscher greifen!

Übersicht der Brandklassen

Brandklasse
Stoffeigenschaft
Beispiele
Brandklasse A
Feste Stoffe, meist organischer Natur
Holz, Kunststoff (nichtschmelzend) Papier, Textilien,
Brandklasse B
Flüssige und flüssigwerdende Stoffe
Benzin, Lösungmittel, Öl
Brandklasse C
Gasförmige Stoffe
Erdgas,Wasserstoff
Brandklasse D
Brennbare Metalle
Aluminium, Magnesium
Brandklasse F
Brennbare Fette
pflanzliches Speiseöl/-fett, tierisches Speiseöl/-fett

Auf dem Bild können Sie erkennen, wo die Brandklassen auf einem Feuerlöscher angegeben sind.

Welcher Löscher für welche Brandklasse?

Da jeder Stoff bei einem Brand anders reagiert, muss es auch unterschiedliche Löschmittel geben. Ein typisches Beispiel: Bei einem Fettbrand sollte keinesfalls ein Wasserfeuerlöscher eingesetzt werden. Hierbei wird durch die Reaktion im schlimmsten Fall eine Fettexplosion ausgelöst. Deshalb sollten Sie beim Feuerlöscher Kauf vor allem auf die Brandklassen achten!

Das ist insbesondere bei Elektrobränden, Metall oder Speisefetten der Fall. Die verschiedenen Stoffe sind in sogenannte Brandklassen unterteilt. Demnach sind verschiedene Löschmittel auch für verschiedene Brandklassen geeignet.

Hier finden Sie eine Übersicht mit den 6 gängigsten Löschmitteln und dessen Brandklassen, Eigenschaften und empfohlene Einsatzbereiche.

Löscher Brandklasse Eigenschaften Einsatzbereich
Pulver-Feuerlöscher A,B,C hohe Löschkraft, günstige Anschaffungskosten, frostsicher bis zu -30°C Außenbereich z.B. Lager, Garage
Schaum-Feuerlöscher A, B hohe Löschkraft, geringe Löschmittelschaden Innenbereiche z.B. Büroräume, Pausenräume, Zuhause
Wasser-Feuerlöscher A schwache/mittlere Löschkraft, keine Löschmittelrückstände, umweltfreundlich Innenbereiche z.B. Büroräume, Pausenräume, Zuhause
CO2-Feuerlöscher B hohe Löschkraft, rückstandsfreie Löschung, keine Löschschäden Empfindliche Bereiche z.B. Serverräume
Metallbrand-Feuerlöscher D hohe Löschkraft, frostsicher bis zu -30°C Industrie
Fettbrand-Feuerlöscher A, B, F hohe Löschkraft Küche

CO2-Feuerlöscher

CO2-Feuerlöscher

Kennzeichnung von CO2-Feuerlöschern

CO2 Feuerlöscher können in kleinen Räumen lebensgefährlich werden, da sie den wichtigen Sauerstoff in der Luft verdrängen. Achtsame Nutzung und die richtige Kennzeichnung sind daher elementar.

CO2-Feuerlöscher

CO2-feuerlöscher wann werden diese feuerlöscher eingesetzt? Grundsätzlich eignet sich der CO2-Feuerlöscher nur für Brände der Brandklasse B. Dazu gehören ausschließlich flüssige Stoffe, oder jene die

CO2-Feuerloescher

Einsatz von CO2-Feuerlöschern

Dieser Feuerlöscher hat einige ganz besondere Eigenschaften. Denn das Löschmittel Kohlendioxid bringt sowohl Vor-, als auch Nachteile mit sich. Lesen Sie hier mehr!

Feuerlöscher für ...

TechniSche Unterschiede

Wie unterscheiden sich Feuerlöscher?

Feuerlöscher unterscheiden sich durch zwei wesentliche Merkmale – einmal durch die Bauart und einmal durch das Löschmittel. 

Bezüglich der Bauart gibt es den Dauerdrucklöscher und den Aufladelöscher. Wie der Name beim Dauerdrucklöscher schon verrät, steht dieser unter permanentem Druck, da sich Löschmittel und Druckgas im gleichen Behälter befinden. Der Aufladelöscher hingegen besteht aus zwei verschiedenen Behältern – der sichtbare rote Behälter mit dem Löschmittel und im Inneren ist eine kleinere Flasche mit Treibgas. 

Dauerdruck- vs. Auflade-Löscher

Beim Aufbau gibt es generell zwei Typen: Aufladefeuerlöscher oder Dauerdruckfeuerlöscher.

Diese beiden Typen unterscheiden sich im Aufbau und in der Technik. Wie man vom Namen ableiten kann, steht der Dauerdrucklöscher unter permanentem Druck. Denn dort befinden sich Löschmittel und Treibgas im gleichen Behälter. Während der Aufladelöscher nicht unter permanenten Druck steht, da Löschmittel und Treibgas sich in unterschiedlichen Behältern befinden.

Die Technik beeinflusst auch Unterschiede in der Auslösung. Somit ist beim Löschen eines Brandes mit dem Aufladefeuerlöscher ein zusätzlicher Schritt nötig.  Denn diesen muss man zunächst aktivieren, wohingegen der Dauerdruckfeuerlöscher direkt einsatzbereit ist. 

In dem Artikel “Aufladefeuerlöscher vs. Dauerdruckfeuerlöscher”  haben wir beide Modelle miteinander vergleichen. Sie erfahren über Vor- und Nachteile der jeweiligen Löscher.

Sind Dauerdruckfeuerlöscher oder Aufladefeuerlöscher besser?

Der Dauerdruckfeuerlöscher überzeugt durch seine einfache Bedienung und seiner günstigen Anschaffungskosten. Dieser hat aber den Nachteil, dass bei einer defekten Dichtung ein schleichender Druckmittelverlust eintreten kann. Deshalb sollte man beim Kauf darauf achten, dass man einen mit Manometer kauft. So kann man sicherstellen, dass der Löscher genug Druck hat. Zudem ist der Dauerdrucklöscher einfacher zu bedienen, da man das Treibgas nicht mit einem zusätzlichen Schritt aktivieren muss. 

Beim Aufladefeuerlöscher sind die Anschaffungskosten wesentlich höher als beim Dauerdrucklöscher. Dafür ist die Wartung günstiger. Schließlich spart sich der Fachbetrieb eine zweite Anfahrt. Denn beim Dauerdrucklöscher muss 24 Stunden nach der Wartung der Druck kontrolliert werden. Desweiteren kann ein Druckmittelverlust ausgeschlossen werden. Immerhin befindet sich das Treibgas in einem separaten Behälter. Er hat auch eine etwas längere Lebensdauer als der Dauerdrucklöscher. Beim Aufladelöscher geht man von 25 Jahren aus, bei einem Dauerdruck von 20 Jahren. 

Zusammenfassend kann man sagen, dass beide Feuerlöscherarten den Brand gleich effektiv löschen. Allerdings punktet der Dauerdrucklöscher durch die einfache Handhabung und der günstigen Anschaffungskosten. Wenn man den Dauerdrucklöscher zentral wartet, sind auch die Wartungskosten nicht teurer als beim Aufladelöscher

Wartung und Zertifizierung von Feuerlöschern

Mit dem Kauf des Feuerlöschers kommt auch die regelmäßige Wartung hinzu. Gemäß der DIN 14406 müssen Feuerlöscher im Abstand von maximal 2 Jahren gewartet werden durch eine sachkundige Person. Allerdings gilt diese Regelung nur für Unternehmen. Empfehlenswert ist es aber für alle, da so sichergestellt wird, dass ein Feuerlöscher im Ernstfall funktionstüchtig ist.

In Deutschland muss jeder Feuerlöscher nach der DIN E3 zertifiziert sein. Ebenso muss sich auf jedem Feuerlöscher eine Prüfplakette mit den Wartungsfristen befinden. Natürlich sind alle unsere angebotenen Feuerlöscher nach den deutschen Sicherheitsstandards geprüft und zertifiziert. 

Position und Einsatz von Feuerlöschern

Wie benutzt man einen Feuerlöscher?

Je nach Bauart des Feuerlöschers – Aufladelöscher oder Dauerdrucklöscher – muss der Feuerlöscher auf unterschiedliche Weise ausgelöst werden.

Bei derAuflade-Vatiante muss das separate Treibmittel erstmal aktiviert werden. Dafür wird der rote Push-Button oben auf dem Löscher gedrückt. Da beim Dauerdrucklöscher beide Stoffe im gleichen Behälter sind, muss nur der Sicherheitsstift entfernt werden. 

Jetzt wissen Sie wie man beide Feuerlöscher auslöst. Hier sind noch ein paar Tipps, wie sie einen Feuer im Ernstfall effektiv löschen können.

  • Immer mit der Windrichtung löschen 
  • Das Löschmittel auf die Glut zielen
  • Den Feuerlöscher in Stößen auslösen 
  • Je nach Brandgröße, sollten mehrere Feuerlöscher eingesetzt werden
  • Den Brandort nicht sofort verlassen, sondern Rückzündungen abwarten. Deshalb immer einen Feuerlöscher parat halten! 

Da es zwei verschiedene Arten des Aufbaus eines Feuerlöschers gibt, gibt es auch unterschiedliche Techniken beim Löschen eines Brandes. So kommt beim Aufladefeuerlöscher noch ein Schritt mehr hinzu, als beim Dauerdruckfeuerlöscher. Bei beiden muss zunächst eine Sicherung entfernt werden. Der Dauerdruckfeuerlöscher ist dann unmittelbar nach dem Entfernen des Sicherheitsstiftes einsatzbereit. Dahingegen muss man beim Aufladelöscher noch auf den Knopf oben auf dem Feuerlöscher schlagen, damit das Löschmittel unter Druck gesetzt wird. Dann kann man den Löschschlauch, beziehungsweise die Löschpistole, auf die Quelle des Brandes richten und beginnen, das Feuer stoßweise zu löschen. 

Genauere Informationen zu den Löschtechniken bei unterschiedlichen Bränden finden Sie hier.

Wie muss der Feuerlöscher positioniert sein?

  • Sichtbar positionieren, sodass ihn jeder im Raum finden kann.
  • Griffhöhe sollte zwischen 80 cm und 120 cm liegen. 
  • Laufweg zum nächsten Feuerlöscher darf max. 20 Meter betragen. Bei erhöhter Brandgefahr sogar nur 10 Meter!
  • Feuerlöscher vor Umwelteinflüssen und Witterungen schützen z.B. durch eine Schutzhaube oder einen Feuerlöscherkasten. 
  • Kennzeichnung des Feuerlöscher durch das rote Hinweisschild 

Der Lebenszyklus eines Feuerlöschers

Anschaffung - Wartung - Entsorgung

Der Lebenszyklus eines Feuerlöschers ist im Grunde sehr simpel: man muss den Feuerlöscher kaufen, regelmäßig prüfen und dann entsorgen. Dabei spielt es natürlich auch eine Rolle, ob Sie den Löscher privat oder gewerblich nutzen. Denn privat ist die Feuerlöscher Wartung nicht verpflichtend. Im gewerblichen Umfeld hingegen muss man den Feuerlöscher alle zwei Jahre prüfen lassen. Dadurch kann man sichergehen, dass der Löscher jederzeit einsatzbereit ist. Doch durch diese regelmäßige Wartung gibt es auch ein wiederkehrendes Problem: die Organisation. Denn das verspricht eine Menge Aufwand. Daher hat die Brandschutz-Zentrale eine Alternative geschaffen: Sie müssen den Feuerlöscher nicht mehr kaufen, sondern können ihn einfach mieten. Dabei ist die Wartung bereits inklusive.

Genaueres zu den einzelnen Lebensabschnitten können Sie hier nachlesen.

Erfindung des Feuerlöschers

Das Element Feuer gehört in die Natur, so hat es sich auch der Mensch über die Jahre zu eigen gemacht. Schließlich kann man so Wärme und Energie erzeugen. Doch es hat auch sehr zerstörerische Eigenschaften. Daher haben die Menschen über die Zeit auch ein Mittel gesucht, mit dem sie das Feuer bekämpfen und bändigen können. So entstand der Feuerlöscher!

Im Folgenden nehmen wir Sie mit auf eine Reise durch die Zeit. Wir führen Sie durchs abergläubige Mittelalter mit präparierten Holztellern zu einer brennenden Fabrik, bis hin zum ersten tragbaren Feuerlöscher. Sind Sie bereit?

ABERGLAUBE UND MYTHOLOGIE​

Im Míttelalter

Wir begeben uns ans Ende des Mittelalters, wo Aberglaube und Mythologie über viele Urteile und Handlungen herrschten. Auch Brände schienen nicht das Ergebnis von Unachtsamkeit oder Unfällen zu sein, sondern waren der Wille Gottes. Und in das “Strafgericht Gottes” durfte man schließlich nicht eingreifen! Deswegen waren, aus einer heutigen und sehr rationalen Sicht, nur verhältnismäßig unwirksame Maßnahmen zur Brandbekämpfung erlaubt. Dazu gehörte das Anbringen von Sprüchen an verschiedenen Stellen des Hauses. Wenn es dennoch zu einem Brand kam, waren ebenfalls nur bestimmte Rituale erlaubt…

MEHR HOLZ FÜR WENIGER FLAMMEN​

1743

So wurde als wirksame Methode das Werfen von Holztellern in die Flammen betrachtet. Herzog Ernst August von Sachsen-Weimar verordnete 1743, dass diese Holzteller bereits für Speisen genutzt, und dann mit Figuren und Buchstaben bemalt werden sollen. Dabei war es wichtig, dass frische Tinte und neue Federn benutzt werden und die Bemalung nur freitags bei einem abnehmendem Mond zwischen 11 und 12 Uhr geschehen darf. Dann sollte man diese Teller ins Feuer werfen. Falls die Flammen dadurch nicht aufhörten, durfte das noch dreimal wiederholt werden.

ERSTE VERSUCHE

Anfang des 19.Jahrhunderts

Im 19. Jahrhundert gab es dann einige Ideen und Produkte, die Feuer löschen sollten. Größtenteils enthielten diese dann chemische Gemische, Säuren oder Wasser. Häufig wurden diese Gemische in einem Behälter, zum Beispiel aus Glas, ins Feuer geworfen. Dort zersprang dieser, damit die chemische Zusammensetzung die Flammen löscht. An der nächsten Weggabelung einen Feuerlöscher kaufen war natürlich so noch nicht möglich.

DER ERSTE FEUERLÖSCHER

1816

Schon im Jahr 1816 hat George William Manby den ersten Feuerlöscher erfunden. Dafür hat er Asche mit Wasser gemischt und Pressluft als Druckmittel benutzt. Doch dieses Exemplar war nicht für die breite Masse geeignet.​

DIE FABRIK, DIE NIEDERBRANNTE

1851

In diesem Jahr beobachtete der englische Ingenieur und Leutnant W. C. Philipp, wie ein ausbrechender Vulkan durch den Wasserdampf einer Welle gelöscht wurde. Daraufhin entwickelte er dann einen tragbaren Feuerlöscher, der Brände nach eben diesem Prinzip löschte. Die Produktion startete und schien anfangs auch erfolgversprechend. Allerdings brannte seine Fabrik 1856 runter. Da hätte er sich mal lieber selbst ein paar Feuerlöscher kaufen sollen. Danach hatte er wohl zurecht das Vertrauen potenzieller Käufer verloren.

MASSENFÄHIG UND TRAGBAR

1902

Doch 1902 gelang es dann Wilhelm Graaff einen massenfähigen, tragbaren Feuerlöscher auf den Markt zu bringen. Dieser nannte sich “Spritztüte”. Doch zum heute geläufigen Modell gibt es noch einige Unterschiede. Denn bei Graaffs Modell wurden die Flammen nur durch das Schleudern des Behälters gelöscht. Dabei trat ein Pulver aus, wodurch das Feuer gelöscht wurde.​

DER ROTE ZYLINDER

1912

Zehn Jahre später kam dann der erste Schnell-Trocken-Feuerlöscher der Internationalen Feuerlösch- Gesellschaft mbh auf den Markt. Auch äußerlich ist dieser dem heutigen Produkt sehr ähnlich. Der markant rote Zylinder wurde damals mit einem trockenen Pulver gefüllt und durch Gas unter Druck gesetzt. Doch der Brand sollte nicht nur gelöscht, sondern auch gekühlt werden. Daher wurde auch eine Löschflüssigkeit beigefügt.​

UND WIE SIEHT DAS HEUTE AUS?​

2020

Heutzutage gibt es eine ganze Reihe an Feuerlöschern und dessen Herstellern. Und das ist auch gut so! Denn die Feuerlöscherpflicht gilt für Betriebe mittlerweile deutschlandweit. Dazu gehört ebenfalls die Feuerlöscher Wartung, die alle zwei Jahre stattfinden muss. Und Feuerlöscher kaufen geht heute einfacher denn je.