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Die Textilindustrie zählt in Deutschland zu den Betrieben mit erhöhtem Brandrisiko. In Prozessen wie Mischen, Filtern, Vliesbildung oder Reinigen entstehen leicht entzündliche Stäube und Fasern. Schon kleine Überhitzungen oder mechanische Defekte können Brände auslösen, die sich durch textile Materialien schnell ausbreiten.
Betriebe der Textilindustrie stehen daher vor besonderen Herausforderungen im betrieblichen Brandschutz. Wer die Brandgefahren kennt, kann rechtzeitig vorbeugen und für mehr Sicherheit in Produktion und Lager sorgen.
Die Textilverarbeitung gehört zu den Branchen mit besonders hoher Brandgefahr. Um das Brandrisiko im eigenen Betrieb realistisch einschätzen zu können, spielen mehrere Faktoren eine Rolle:
Besonders kritisch sind Materialgemische, die gefährdet sind zu explodieren und sich leicht entzünden. Hinzu kommt, dass viele Maschinen über Abluftsysteme miteinander verbunden sind. Ein Brand kann sich dadurch schnell auf weitere Produktionsbereiche ausbreiten. Mit geeigneten Brandschutzmaßnahmen lassen sich diese Risiken jedoch zuverlässig minimieren. Dazu gehören nach Arbeitsstättenrichtlinie A2.2:
Grundsätzlich werden Brandschutzmaßnahmen in vorbeugend und abwehrend unterteilt. Dabei bezeichnet der abwehrende Brandschutz das Löschen eines Feuers durch die Feuerwehr. Die vorbeugenden Maßnahmen sind dazu da, die Brandentstehung schon vorher zu verhindern. Hier gibt es noch drei Unterkategorien:
Der anlagentechnische Brandschutz in der Textilproduktion umfasst alle technischen Systeme zur Früherkennung und Bekämpfung von Bränden. Er ergänzt den baulichen und organisatorischen Brandschutz und trägt entscheidend dazu bei, die Sicherheit von Mitarbeitenden, Anlagen und Produktionsprozessen zu gewährleisten.
Zur Branderkennung schreibt das Gesetz die Installation von Rauchmeldern vor. Diese warnen im Ernstfall rechtzeitig und ermöglichen ein schnelles Eingreifen, bevor sich ein Brand unkontrolliert ausbreiten kann.
Für die Brandbekämpfung stehen unterschiedliche Lösungen zur Verfügung. Feuerlöscher und Wandhydranten sind flexibel einsetzbar und eignen sich sowohl für den Innen- als auch für den Außenbereich. Bei erhöhtem Risiko oder in schwer zugänglichen Produktionsbereichen kommen ortsgebundene Brandbekämpfungsanlagen zum Einsatz. Dazu zählen Sprinkleranlagen, Feinsprühlöschanlagen sowie Schaum-, Pulver- und Gaslöschanlagen. Für die Auswahl der richtigen Systeme empfiehlt sich die Beratung durch einen Brandschutz-Spezialisten, der die vorhandenen Maschinen und Produktionsbereiche vor Ort bewertet. Ein weiterer entscheidender Punkt ist die regelmäßige Wartung aller anlagentechnischen Maßnahmen. Nur so ist sichergestellt, dass die Systeme im Ernstfall zuverlässig funktionieren und Mitarbeitende, Maschinen sowie Lagerbestände optimal geschützt sind.
Der bauliche Brandschutz in der Textilproduktion zielt darauf ab, verschiedene Produktionsbereiche räumlich zu trennen und so die Ausbreitung von Bränden wirksam zu verhindern. Brände entstehen in der Regel durch das Zusammentreffen von Sauerstoff, Zündenergie und brennbarem Material.
Um das Risiko zu minimieren, sollten brennbare Stoffe stets von potenziellen Zündquellen ferngehalten werden. Ein durchdachtes Sicherheitskonzept, das baulichen Brandschutz mit weiteren Aspekten wie Diebstahlschutz kombiniert, erhöht die Betriebssicherheit deutlich und schützt Mitarbeitende, Maschinen und Lagerbestände gleichermaßen.
Der organisatorische Brandschutz in der Textilproduktion legt den Fokus auf klare Verhaltensregeln und gezielte Schulungen für alle Beschäftigten. Sauberkeit, Sorgfalt und der bewusste Umgang mit Materialien haben oberste Priorität, um Risiken wie Staubexplosionen oder Brände wirksam zu minimieren.
Arbeitgebende sind verpflichtet, mindestens einmal im Jahr eine Brandschutzunterweisung für alle Mitarbeitenden durchzuführen. Zusätzlich werden mindestens 5 % der Belegschaft zu Brandschutzhelfern ausgebildet, die im Ernstfall schnell und kompetent reagieren können. Diese organisatorischen Brandschutzmaßnahmen erhöhen die Sicherheit von Mitarbeitenden, Maschinen und Lagerbeständen nachhaltig. Für jeden Betrieb in der Textilproduktion in Deutschland ist der organisatorische Brandschutz daher ein unverzichtbarer Baustein des betrieblichen Sicherheitskonzepts.
Bei der Wahl der richtigen Feuerlöscher in dem Textilbetrieb spielt vor allem die Brandklasse eine zentrale Rolle. In der Textilverarbeitung entzünden sich häufig Stoffe organischer Natur oder flüssige bzw. flüssig werdende Stoffe, sodass insbesondere die Brandklassen A und B relevant sind.
Wie viele Feuerlöscher Sie in Ihrem Betrieb benötigen, hängt von der Gesamtfläche und der erhöhten Brandgefahr ab. Ebenso müssen nach ASR A2.2 für die Gesamtfläche und die Geschosse entsprechende Löschmitteleinheiten zur Verfügen stehen.
1. Vorbereitung
2. Empfohlene Feuerlöscher für den Textilbetrieb
Produktionsbereich / Werkhallen
Maschinenbereiche
→ max. 1kg CO2 pro 5,5m² Raumfläche (bei Raumhöhe von 2m)
→ 2kg CO2 für 11m² freie Grundfläche
→ 5kg CO2 für 27,5m² freie Grundfläche
→ Hinweis: Nur in ausreichend belüfteten Räumen einsetzen.
Lagerbereiche / Materiallager
Büro- und Pausenräume
oder
3. Wartung und Austausch
Hinweis: Bei erhöhter Brandgefahr sollten Sie die Feuerlöscheinrichtungen in der Nähe von Bearbeitungsmaschinen mit erhöhter Zündgefahr, Bereichen erhöhter Brandlast und in Räumen, die wegen der erhöhten Brandgefahr brandschutztechnisch abgetrennt werden müssen positionieren.
In der Textilfabrik gelten Produktions- und Lagerhallen als Industriebauten. Aufgrund der in den Fabriken erhöhten Brandgefährdung durch leicht entzündliche Materialien, Staubentwicklung und Maschinenanlagen empfehlen die aktuellen Vorschriften die Ernennung eines Brandschutzbeauftragten. Ob Sie für Ihren Betrieb einen Brandschutzbeauftragten benötigen, lässt sich aus Ihrem Brandschutzkonzept oder Ihrer Gefährdungsbeurteilung schließen.
Wer kann die Schulung absolvieren?
Die Schulung zum Brandschutzbeauftragten kann von allen Beschäftigten mit abgeschlossener Berufsausbildung absolviert werden. Fachliche Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, sodass auch z.B. kaufmännische Mitarbeitende die Rolle übernehmen können.
Vorteile für Ihren Betrieb:
Sie haben bereits einen ausgebildeten Brandschutzbeauftragten in Ihrem Betrieb?
Wir bieten auch für ausgebildete Brandschutzbeauftragte eine Fortbildung an, um bereits vorhandenes Fachwissen auf den aktuellsten Stand zu bringen und erlernte Kompetenzen zu erweitern.
Weitere Informationen dazu finden Sie hier.
Brandschutzhelfer unterstützen den vorbeugenden Brandschutz in der Textilproduktion, treffen im Brandfall sichere Entscheidungen und wissen, wie Feuerlöscher korrekt eingesetzt werden. So können Entstehungsbrände schnell eingedämmt werden, bevor sie zur Gefahr für Mitarbeitende oder Besucherinnen und Besucher werden.
Wichtige Fakten zur Anzahl der Brandschutzhelfer:
Unser Angebot
zur Ausbildung von Brandschutzhelfern
Arbeitsstättenrichtlinie A2.2 „Maßnahmen gegen Brände“
Vorgaben der gesetzlichen Unfallversicherung: DGUV Information 205-023 (BGI/GUV-I 5182)
Ersthelfer sind ein zentraler Bestandteil des Arbeitsschutzes in dem Textilbetrieb. Sie stellen sicher, dass notwendige Erste-Hilfe-Maßnahmen sofort eingeleitet und verletzte Personen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes kompetent betreut werden.
Wichtige Fakten zur Anzahl der Ersthelfer:
Die erforderlichen Qualifikationen erwerben Mitarbeitende durch unsere Ersthelfer-Ausbildung, damit sie ihre Aufgaben im Notfall kompetent und effizient erfüllen können.
Der Sicherheitsbeauftragte (SiBe) spielt in der Textilfabrik eine zentrale Rolle für Arbeits- und Betriebssicherheit. Er unterstützt die Geschäftsleitung dabei, Gefahren am Arbeitsplatz zu erkennen, Risiken zu minimieren und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften sicherzustellen.
Gerade in Betrieben der Textilfabrik, in denen Maschinen, brennbare Materialien und Staubentwicklung ein erhöhtes Gefährdungspotenzial darstellen, sorgt der SiBe dafür, dass Unfälle verhindert, Mitarbeitende geschützt und Produktionsausfälle minimiert werden.
Rechtliche Vorgaben (§22 SGB VII):
Wichtige Qualifikationen und Eigenschaften:
Brandschutz bedeutet mehr, als nur die richtigen Feuerlöscher bereitzustellen. Ein zentraler Bestandteil des vorbeugenden Brandschutzes ist die Ausbildung und Unterweisung der Mitarbeitenden. Sie müssen über Brandgefahren in Ihrem Textilbetrieb informiert werden und lernen, sich im Ernstfall richtig zu verhalten. Genau dafür gibt es die jährliche Brandschutzunterweisung.
So stellen Sie sicher, dass Ihre Mitarbeitenden optimal auf Notfälle vorbereitet sind und die Sicherheit von Personen, Maschinen und Lagerbeständen gewährleistet bleibt.
Bestimmungen des Arbeitsschutzgesetzes
Betriebssicherheitsverordnung
Gefahrstoffverordnung
Die Sicherheit Ihrer Mitarbeitenden sowie der Besucherinnen und Besucher hat in Ihrer Textilproduktion oberste Priorität. Damit Sie im Ernstfall schnell handeln können, unterstützen wir Sie mit praxisgerechten Lösungen: von der Erste-Hilfe-Ausstattung über Defibrillatoren bis hin zu Sicherheitszeichen.
Vorgabe für die Erste-Hilfe-Ausstattung
Damit Ihr Betrieb rechtssicher ausgestattet ist, schreibt die DGUV unter anderem vor:
Hinweis: In einem Meldeblock oder Verbandbuch müssen erbrachte Erste-Hilfe-Leistungen dokumentiert und fünf Jahre aufbewahrt werden.
Anzahl der Verbandskästen
Für Herstellungs-, Verarbeitungs- u. vergleichbare Betriebe gilt:
Ein Automatisierter Externer Defibrillator (AED) ist ein lebensrettendes Gerät, das im Falle eines plötzlichen Herzstillstands zum Einsatz kommt. Der Defibrillator analysiert den Herzrhythmus und gibt, falls notwendig, automatisch einen Elektroschock ab, um den normalen Herzschlag wiederherzustellen.
Geeignete Defibrillator-Arten für Ihren Textilbetrieb
Automatischer Externer Defibrillator (AED)
→ Vorteile: Einfach zu bedienen, keine Vorkenntnisse nötig, ideal für Notfälle in Ihrem Betrieb
Hinweis: Der Defibrillator sollte an einem zentralen sowie gut erreichbaren Standort oder an Standorten mit hohem Personenverkehr platziert werden. Besonders auf großen Betriebsgeländen muss gewährleistet sein, dass der AED im Ernstfall schnell und problemlos zugänglich ist.
Einweisung und Erstinbetriebnahme
Für alle Defibrillatoren ist eine Einweisung nach §4 und §10 MPBetreibV verpflichtend. Ohne diese dürfen AEDs im Betrieb nicht eingesetzt werden.
Ihre Möglichkeiten
→ Als Betreiberin oder Betreiber sind Sie verpflichtet, vor der ersten Nutzung für eine ordnungsgemäße Geräteeinweisung zu sorgen.
→ Erstinbetriebnahme und Einweisung werden im Gerätebuch dokumentiert.
Prüfung und Wartung
Für den Innenbereich: AED-Schränke zur Wandmontage, Modelle mit Alarm und Einschlagscheibe erhältlich
Für den Außenbereich: Schränke mit 220V-Anschluss, Thermostat und Heizung zum Schutz vor Frost, Hygrostat und damit verbundene Lüftung zum Schutz vor Hitzeschäden
Sicherheitszeichen sind ein zentraler Bestandteil der Arbeitssicherheit und des Brandschutzes in Betrieben der Textilproduktion. Sie unterstützen Mitarbeitende als auch Besucherinnen und Besucher dabei, Gefahren zu erkennen, Fluchtwege zu finden und im Notfall korrekt zu handeln.
Was müssen Sie beachten?
Sicherheitszeichen: Bedarf ermitteln und korrekt einsetzen
Um festzustellen, ob und wo Sicherheitskennzeichen in Ihrer Textilproduktion notwendig sind, können Sie anhand Ihrer Gefährdungsbeurteilung ermitteln. Dabei werden potenzielle Gefahren identifiziert und deren Auswirkungen auf Mitarbeitende, Besucherinnen und Besucher bewertet.
Die Textilindustrie ist aufgrund leicht entzündlicher Materialien, Staubentwicklung und Abluftsystemen besonders brandgefährdet. Schon kleine Funken oder Glimmnester können schnell zu größeren Bränden führen. Durch Abluftsysteme kann sich ein Brand rasch auf andere Bereiche ausbreiten.
Daher ist ein umfassender vorbeugender Brandschutz in der Textilverarbeitung entscheidend. Dazu gehören:
Diese Maßnahmen sind nicht nur gesetzlich vorgeschrieben, sondern auch unverzichtbar, um die Sicherheit von Mitarbeitenden, Maschinen, Lagerbeständen und Produktionsprozessen zu gewährleisten.
Schnell-Check
Was benötigen Sie im Unternehmen?
Erhalten Sie eine schnelle Ersteinschätzung über die wichtigsten vorbeugenden und organisatorischen Maßnahmen in Brandschutz und Arbeitssicherheit.
Gerne unterstützen wir Sie im Anschluss bei der einfachen Umsetzung.
Sie benötigen
Dies ist zunächst nur eine Ersteinschätzung und keine vollständige Berechnung. Es soll Ihnen den Einstieg erleichtern und aufgezeigt werden, welche Maßnahmen notwendig sind.