Wissenswertes

Vorbeugender Brandschutz im Einzelhandel

Spätestens einmal im Jahr wird das Thema Brandschutz auch im Einzelhandel relevant. Die Wartung der Feuerlöscher steht an. Neben vielen strategischen, aber auch operativen Tätigkeiten darf dieser Bereich in keinem Fall zu kurz kommen! Oft bleibt jedoch nur wenig Zeit für eine ausführliche Informationsbeschaffung und somit für das Treffen der richtigen Maßnahmen.

Über folgende relevante Themen möchten wir sie hier informieren:

  • Welcher ist der richtige Feuerlöscher?
  • Brandschutzhelfer im Einzelhandel. Pflicht oder Unsinn?
  • Jährliche Brandschutzunterweisung, aber für welche Mitarbeiter?
  • Regeln zur Minimierung des Brandrisikos speziell im Einzelhandel!

Alle zwei Minuten geht in Deutschland eine Brandmeldung bei der Feuerwehr ein. Der Sachschaden liegt dabei jährlich in Milliardenhöhe. Hinzu kommen viele Verletzte. Nicht selten ist dabei der Einzelhandel betroffen. Vor allem muss der Schutz von Personen, Waren, Lebensmitteln und Produkten im Vordergrund stehen.

Die richtigen Feuerlöscher im Einzelhandel: Verkaufsfläche, Lagerbereich und Büro-/ Pausenraum

Im ersten Schritt sollten Sie überprüfen, ob für das Gebäude ein Brandschutzkonzept vorliegt. Aus diesem lässt sich die richtige Art und Anzahl der Feuerlöscher ableiten. Auch bietet die Gefährdungsbeurteilung einen Ansatz für die Bestimmung der notwendigen Feuerlöscher.

Sollten beide Informationen aktuell nicht zur Hand sein bieten Kalkulatoren einen ersten unkomplizierten Anhaltspunkt. Dabei möchte wir auf den Kalkulator der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) und auch auf den der Brandschutz-Zentrale.de verweisen.

Erfahrungsgemäß empfehlen sich vor allem folgende Feuerlöscher für bestimmte Bereiche des Einzelhandels:

Schaumfeuerlöscher als Aufladefeuerlöscher

Der Schaumfeuerlöscher eignet sich auf Grund seiner Eigenschaften besonders gut für den Verkaufsraum. Auch kann dieser optimal im Büro, oder im Pausenraum platziert werden.

Vorteile des Schaumfeuerlöschers sind:

  • Folgeschäden bleiben so gering wie möglich
  • Schaum kann gezielt auf den Brandherd aufgetragen werden
  • Geeignet für die Brandklassen A + B (glutbildende Brände + Brände von flüssigen Stoffen)

Kohlendioxidfeuerlöscher

Kohlendioxidfeuerlöscher eignen sich optimal für Räume mit hochwertigen elektroschen Geräten. Dies können beispielsweise Kassensysteme, Kühlgeräte und auch Beleuchtungseinrichtungen sein.

Vorteile des Feuerlöschers sind:

  • Leitet keine Elektrizität bei der Löschung
  • Rückstandsfreie Löschung möglich
  • Geeignet für die Brandklasse A

Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Wartung der Feuerlöscher im Abstand von 2 Jahren. Gemäß Herstellerangaben ist darüber hinaus alle 6-8 Jahre ein Austausch des Löschmittels vorgeschrieben.

Sie benötigen Brandschutzhelfer in Ihrem Büro! Doch wofür eigentlich?

Arbeitgeber sind gemäß folgenden Bestimmungen dazu verpflichtet eine bestimmte Anzahl an Beschäftigten als Brandschutzhelfer ausbilden zu lassen:

  • Arbeitsschutzgesetz §10
  • Arbeitsstättenrichtlinie 2.2 „Maßnahmen gegen Brände“
  • Vorgaben der gesetzlichen Unfallversicherung: DGUV Information 205-023 (BGI/GUV-I 5182)

Der Brandschutzhelfer ist eine wichtige Unterstützung beim vorbeugenden Brandschutz im Unternehmen. Dieser wird geschult im Brandfall die richtigen Entscheidungen zu treffen und erhöht somit die Sicherheit aller im Gebäude befindlichen Personen. Auch im Umgang mit dem Feuerlöscher ist der Brandschutzhelfer ausgebildet und kann folgenschwere Brände schon bei der Entstehung verhindern. Die Brandschutzhelferausbildung muss alle 3-5 Jahre aufgefrischt werden.

Die Anzahl der nötigen Brandschutzhelfer in einem Bürogebäude richtet sich u.a. nach der Anzahl der Beschäftigten und der Brandgefährdung des Gebäudes. In der Regel kann man jedoch von mindestens 5 Prozent der anwesenden Mitarbeiter ausgehen. Somit sollte Schichtarbeit und Urlaub der Mitarbeiter berücksichtigt werden. Dabei sollte beachtet werden: Auch unter 20 Beschäftigten sollte es mindestens einen Brandschutzhelfer geben.

Einfach erklärt:

  • Arbeitsschutzgesetz §10, Arbeitsstättenrichtlinie 2.2 „Maßnahmen gegen Brände“ und Vorgaben der gesetzlichen Unfallversicherung: DGUV Information 205-023 (BGI/GUV-I 5182)
  • 5 Prozent der Beschäftigten müssen mindesten zum Brandschutzhelfer ausgebildet sein
  • Ziel: Sicherstellung von souveränem Handeln im Brandfall
  • Auffrischung: alle 3-5 Jahre

Jährliche Brandschutzunterweisung: Welche Beschäftigten müssen unterwiesen werden?

Zusätzlich zur Brandschutzhelferausbildung für ausgewählte Mitarbeiter sind auch Einzelhandelsunternehmen und auch Filialisten dazu verpflichtet sämtliche Mitarbeiter einmal jährlich zu unterweisen. Diese Unterweisung muss im Themengebiet des Brandschutzes durchgeführt werden.

Verpflichtend ist die jährliche Brandschutzunterweisung aufgrund folgender Grundlagen:

  • Bestimmungen des Arbeitsschutzgesetzes
  • Betriebssicherheitsverordnung
  • Gefahrstoffverordnung
  • Unfallverhütungsvorschriften

Die Brandschutzunterweisung sollten keine langweilige Pflichtveranstaltung sein. Sie können die Entstehung von Bränden verhindern! Wie auch im Bereich der Brandschutzhelfer drohen bei Nichteinhaltung der Pflicht haftungsrechtliche Konsequenzen.

Die jährliche Brandschutzunterweisung kann hervorragend als „Teambuilding-Event“ betrachtet werden, um so gemeinsam zu wachsen und die Sicherheit des gesamten Teams zu erhöhen.

Einfach erklärt:

  • Die Bestimmungen des Arbeitsschutzgesetzes, die Betriebssicherheitsverordnung, der Gefahrstoffverordnung und die Unfallverhütungsvorschriften verpflichten dazu, Mitarbeiter im Themengebiet des Brandschutzes zu unterweisen
  • Unterweisungen können Leben durch die Minimierung des Brandrisikos Leben retten.

Zusätzlich sollte beachtet werden, dass sämtliche Fluchtwege freigehalten werden und die Feuerlöscher gut sichtbar positioniert werden. Bei Umsetzung aller erforderlichen Maßnahmen wird der Brandschutz in Ihrer Einzelhandelsfiliale zum Kinderspiel und die Sicherheit erhöht sich die Sicherheit um einiges.

Brandrisiken im Einzelhandel

Zu den größten Risiken im Bereich des vorbeugenden Brandschutzes im Einzelhandel gehören vor allem folgende Dinge:

1. Verpackungsmaterialien im Außenbereich

  • Materialien sind schnell entzündlich
  • Häufige Ursache zur Brandstiftung
  • Nach Öffnungszeiten unbedingt vermeiden

2. Risiken aufgrund des Kundenverkehrs

  • Oft Personen ohne Ortskenntnis/Raumkenntnis
  • Koordinations-/Mobilitäts- oder Verständnisschwierigkeiten
  • Flucht- und Rettungswege müssen freigehalten und gut kenntlich gemacht werden

3. Technische Schäden oder menschliches Fehlverhalten

  • Eine regelmäßige Wartung ist empfehlenswert
  • Jährliche Unterweisungen sensibilisieren Mitarbeiter für den Brandschutz
  • Brandschutzhelfer können kontrollierend wirken

Fazit

Der Brandschutz sollte im Bereich des Einzelhandels in keinem Fall vernachlässig werden. Allein über 50 Prozent der Brände entstehen durch Brandstiftung, weshalb besonders dafür die Grundlage minimiert werden sollte. Im Allgemeinen ist für einen umfangreichen Brandschutz vor allem darauf zu achten, dass die richtige Anzahl an Brandschutzhelfern ausgebildet wird, alle Mitarbeiter jährlich unterwiesen werden und, dass die richtigen Feuerlöscher in der richtigen Anzahl zur Verfügung stehen. Mit ordnungsgemäßer Einhaltung der Maßnahmen erhöht sich die Sicherheit im Gebäude enorm.