So geht die Reanimation!

Durch einen Unfall im Betrieb, auf der Straße oder Zuhause kann es schnell zu einem Kreislaufstillstand kommen. Dann ist schnelles Handeln gefragt! Denn pro Minute sinkt die Überlebenschance um 10%. Daher ist es für jede:n wichtig zu wissen, was im Notfall zu tun ist. Den Ablauf der Reanimation und worauf Sie dabei achten müssen haben wir Ihnen hier zusammengefasst.

Wiederbelebung

Wann muss man reanimieren?

Grundsätzlich ist die Aufgabe des Herzens, das sauerstoffarme Blut in den Lungenkreislauf, und das sauerstoffreiche Blut in den Körperkreislauf zu pumpen. Wenn nun also die Atmung ausfällt oder das Herz nicht mehr vernünftig schlägt, wird dieser Prozess fundamental gestört. So passiert es beim Kammerflimmern zum Beispiel, dass das Herz zwar schlägt, aber viel zu schnell und ohne die Pumpfunktion. Dadurch kommt auch im Gehirn kein sauerstoffhaltiges Blut mehr an und der Mensch stirbt. Um das zu vermeiden, bzw. zu bekämpfen, muss die Herz-Lungen-Wiederbelebung erfolgen.

Was ist eine Reanimation?

Die Reanimation beschreibt sozusagen die manuelle Bedienung der Herz-Lungen-Kreislaufes. Wenn der Körper nicht mehr selbst dazu in der Lage ist, sauerstoffreiches Blut in den Kreislauf zu pumpen, und der Mensch das Bewusstsein verliert, ist es nötig zu reanimieren.

Es ist also nötig, den Körper mit neuem Sauerstoff zu versorgen und dann das sauerstoffhaltige Blut in den Kreislauf zu bringen. Für Ersteres gibt es die Atemspende. Dafür atmet man einfach der bewusstlosen Person in den Mund. Für Zweiteres ist die Herzdruckmassage nötig. Eine schrittweise Anleitung dessen können Sie sich hier durchlesen.

Reanimation Ablauf in 8 Schritten

  1. Kontrollieren, ob Person ansprechbar ist: laut ansprechen, rütteln
  2. Um Hilfe rufen
  3. Atemwege kontrollieren, freimachen, erneut Atmung kontrollieren
  4. Notruf
  5. Herzdruckmassage, idealerweise Wiederbelebung mit Defibrillator starten
  6. Ohne Defibrillator: 30:2 Herzdruckmassage und Atemspende
  7. Mit Defibrillator: AED starten, Anweisungen des Geräts befolgen, aber beim Laden weiterhin Herzdruckmassage durchführen
  8. Wiederholen, bis Patient Bewusstsein erlangt: sich bewegt, Augen öffnet, normal atmet oder die Rettungssanitäter eintreffen

Wie geht die Herz-Lungen-Wiederbelebung?

Die Herz-Lungen-Wiederbelebung besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen: der Herzdruckmassage und der Atemspende. Mit der Herzdruckmassage soll der natürliche Rhythmus des Herzschlags imitiert werden, sodass das Blut weiterhin durch den Körper fließt. Mit der Atemspende versorgt man das Blut dann mit dem nötigen Sauerstoff. 

Beim Reanimieren sollte dann für die Herzdruckmassage und Atemspende das Verhältnis  30:2 eingehalten werden. Es sind also 30 Kompressionen des Herzens und zwei Atemstöße nötig.

Generell ist die Reanimation sowohl psychisch als auch physisch sehr anstrengend für die Helfenden. Denn um das Tempo des natürlichen Herzschlags nachzuahmen, muss man ca. 100 bis 120-mal die Minute den Brustkorb eindrücken. Daher ist es auch so wichtig, sowohl den Notruf abzusetzen, also auch nach weiteren Helfenden vor Ort zu rufen. So können sich die Menschen mit der Reanimation abwechseln.

Welche Rolle spielt der Defibrillator beim Wiederbeleben?

Bei Herzrhythmusstörungen, wie Kammerflimmern, bietet der automatisierte externe Defibrillator eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Wiederbelebung. Durch einen Elektroschock kann das Gerät das Flimmern unterbrechen, damit das Herz wieder in den richtigen Rhythmus kommt. 

Dafür führt der Defibrillator zunächst eine EKG-Analyse durch. So kann er feststellen, ob die Herzrhythmusstörung defibrillierbar ist. Wenn das der Fall ist, bereitet er einen Elektroschock vor. Andernfalls führt er die Helfenden mit klaren Anweisungen durch den Prozess der Wiederbelebung. Denn der AED verfügt über eine Sprach- oder Videoausgabe. So können ihn auch Laien ohne Probleme benutzen. 

Im Idealfall ist also ein AED in der Nähe, wenn ein Unfall passiert. Dann können sich die Helfenden aufteilen und eine:r kann den Defibrillator holen, während die anderen mit der händischen Herz-Lungen-Wiederbelebung starten. Diese darf auch beim Benutzen des Defibrillators nicht ausgesetzt werden. Während also der Defibrillator einen neuen Elektroschock auflädt, muss die Herzdruckmassage fortgeführt werden.

Mehr über den Einsatz des Defibrillators können Sie hier nachlesen.

Wie lange kann man reanimieren?

Grundsätzlich sollte man solange reanimieren, bis die Person wieder das Bewusstsein erlangt. Das erkennen Sie daran, dass sie die Augen aufschlägt, sich bewegt oder wieder normal atmet. Daher ist auch die ständige Kontrolle der Atmung während der Herz-Lungen-Wiederbelebung so wichtig.

Da das Reanimieren nach einer Zeit körperlich sehr anstrengend für die Helfenden wird, ist es umso wichtiger, den Notruf abzusetzen. So müssen Sie “nur” so lange reanimieren, bis die Rettungssanitäter zur Stelle und bereit sind, zu übernehmen. 

Fazit

Wenn die Atmung nicht mehr richtig funktioniert und das Herz versagt, ist es Zeit für die Reanimation! Diese besteht aus zwei fundamentalen Elementen: der Herzdruckmassage und der Atemspende. So wird dem Blut neuer Sauerstoff beigegeben und in den Kreislauf gepumpt. Außerdem kann ein Defibrillator eine sehr gute Hilfe bei der Wiederbelebung sein. Denn durch die Sprachausgabe gibt das Gerät klare Handlungsanweisungen und kann sogar Laien zielsicher durch den Prozess der Reanimation führen.

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Schon gewusst?

Als Orientierung für die Geschwindigkeit und den Rhythmus der Herzdruckmassage können Sie sich einfach das Lied “Stayin’ Alive” von den Bee Gees ins Gedächtnis rufen!

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