einen Notruf Richtig absetzen

Jeder kann einmal in eine Situation geraten, in der er oder sie einen Notruf absetzen muss. Sei es durch einen persönlichen Notfall oder als Zeuge einer Notsituation. Um in diesem Fall nicht in Panik zu geraten ist es gut, sich bereits im Vorfeld für eine solche Situation vorzubereiten.

Über den “normalen” Notruf durch das Telefon hinaus gibt es für sowohl für den betrieblichen Brandschutz als auch für die Erste Hilfe gesonderte Notrufsysteme. 

Rettungsdienst im Einsatz

Auf die richtige Notrufnummer kommt es an!

In Deutschland gibt es drei verschiedene Telefonnummern, die bei einem Notruf gewählt werden können. Jede Notrufnummer ist dabei für unterschiedliche Zwecke gedacht. Hier ein Überblick: 

Notrufnummern

Der klassische Notruf: 110 und 112

Die 110 und die 112 sind die beiden bekannteren Notrufnummern in Deutschland. Bei einer Straftat, einem Verkehrsunfall oder einem Brand wissen die meisten Menschen sehr sicher, dass ein Notruf angesetzt werden muss. Doch wenn es um einen Rettungswageneinsatz geht, sind viele verunsichert. Deswegen hier eine Übersicht: 

Ein Notruf sollte abgesetzt werden bei: 

  • Unfälle mit schweren Verletzungen oder hohem Blutverlust 
  • schwere Verbrennungen
  • Ohnmacht / Bewusstlosigkeit
  • Anzeichen für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall 
  • Allergischer Schock oder Asthmaanfall mit Atemnot
  • starke Schmerzen

Oft ist es in der Situation selbst schwer, das Ausmaß des Notfalls genau einzuschätzen. Falls Sie unsicher sind, ob eine Verletzung oder Erkrankung lebensbedrohlich werden kann, setzten Sie im Zweifel immer einen Notruf ab! Die Person in der Notrufleitstelle hilft Ihnen weiter. 

Der besondere Notruf: der Ärztliche Notdienst

Der ärztliche Notdienst ist die Notrufnummer für alle dringlichen Erkrankungen oder Verletzungen, die nicht lebensbedrohlich sind, aber auch nicht bis zur nächsten regulären Sprechstunde warten können. Die Notrufnummer 116117 ist genau wie der klassische Notruf auch jederzeit und an jedem Tag in der Woche erreichbar. Dadurch können akute gesundheitliche Probleme auch Nachts oder am Wochenende behandelt werden. 

Zusätzlich kann der ärztliche Notdienst auch dabei helfen, das Ausmaß einer Situation einzuschätzen. Dadurch bekommen Sie Sicherheit, ob eine Behandlung im Krankenhaus, beim Bereitschaftsarzt oder bei einer regulären Sprechstunde am nächsten Tag ausreicht. 

Schon gewusst?

Die 112 ist seit über 30 Jahren die europäische Notrufnummer. Sie wurde 1991 eingeführt, um den Notruf in der EU zu vereinfachen. Auch viele Nicht-EU Länder haben mittlerweile die 112 für den allgemeinen Notruf eingeführt. 

Und auch in Amerika können Sie die Notrufnummer 112 verwenden. Sie werden dann direkt auf die 911, dass ist die amerikanische Notrufnummer, umgeleitet. 

Den Notruf absetzen - Was muss man beachten?

Das wichtigste zuerst: solange ein Notruf nicht ohne wirklichen Grund abgesetzt wird, können Sie nichts falsch machen! Die Mitarbeitenden der Notruf-Leitstellen sind darauf geschult, mit Menschen in Notsituationen zu sprechen. Das die Anrufenden dabei in Panik oder aufgeregt sind, ist also etwas ganz normales.

Grundsätzlich braucht die Leitstelle die wesentlichen Informationen über die Notsituation. Um diese zu beantworten, gibt es die 5 W- Fragen zum Notruf: 

  • Wer ruft an?
  • Was genau ist passiert?
  • Wo ist etwas geschehen?
  • Wie viele Personen sind betroffen? 
  • Warten auf Rückfragen!

Wann wird der Notruf abgesetzt?

Bei einem Unfall oder Brand gibt es oft mehrere Sachen gleichzeitig zu tun. Welche Priorität hat da der Notruf? Im Grunde können Sie sich an folgende Reihenfolge halten: 

  1. Ruhe bewahren, nicht in Panik geraten.
  2. Die Unfallstelle sichern und sich selbst sowie andere Personen aus der Gefahr bringen.
  3. Notruf absetzen – dabei auf Nachfragen oder Anweisungen achten.
  4. Wenn nötig Erste Hilfe leisten. 

Wenn mehrere Personen vor Ort sind, können die verschiedenen Aufgaben natürlich aufgeteilt werden. Oft ist es dann so, dass die betrieblichen Ersthelfer und Brandschutzhelfer die Erste Hilfe und Unfallstellen-Sicherung übernehmen, während jemand anders für den Notruf zuständig ist. 

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Der Notruf im Betrieb

Laut § 25 Abs. 1, DGUV Vorschrift 1 müssen alle Betriebe mit ausreichend Alarm- und Meldeeinrichtungen ausgestattet sein. Das ist vorgeschrieben damit sichergestellt ist, das von jedem Ort im Betrieb schnell Hilfe gerufen werden kann. In den meisten Unternehmen, besonders bei Kleinst- und Kleinunternehmen reichen dafür Telefone, die noch einmal mit den Notrufnummern ausgestattet sind. Damit diese immer gut sichtbar sind ist es am besten, sie mit einem Rettungszeichen zu kennzeichnen. Je nach der Größe und der Gefährdungsbeurteilung im Betrieb werden aber auch zusätzliche Meldeeinrichtungen notwendig. Beispiele dafür sind manuelle oder automatische Brandmelder, eine zentrale Meldestelle oder transportable Notrufeinrichtungen. 

Unser Tipp: Die Nora Notruf App

Durch Smartphones und Apps wachsen die Möglichkeiten der Kommunikation stetig – auch im Bereich Notruf. Ein Beispiel ist die Nora Notruf App. Sie ist von den Bundesländen entwickelt und soll dabei helfen, den Notruf durch das Antippen von Icons noch einfacher zu machen. Dadurch kann der Notruf abgesetzt werden, ohne dass gesprochen werden muss. 

Das Installieren von Notruf-Apps auf Diensttelefonen kann verschiedene Probleme lösen. Besonders hilfreich sind sie in lauten Arbeitsumgebungen. Und auch für Mitarbeitende mit eingeschränkten Sprech- und Hörfähigkeiten sowie Beschäftigte, die in der deutschen Sprache noch unsicher sind können Notruf – Apps eine große Hilfe sein, um Barrieren zu überwinden. 

Wer übernimmt bei einem betrieblichen Notrufeinsatz die Kosten?

Ein Notrufeinsatz im Betrieb zählt zu den Arbeitunfällen. Deswegen zahlt die Berufsgenossenschaft die anfallenden Kosten für einen Krankentransport. Auch betriebliche Feuerwehreinsätze werden in der Regel von den Kommunen übernommen. Denn die Hauptarbeit der Feuerwehr besteht in der Brandbekämpfung und Rettung von Menschen und Tieren aus akuten Gefahren. Dafür muss jedoch sichergestellt werden, dass der Brand nicht durch grobe Fahrlässigkeit verursacht wurde. 

Wann genau die Kosten für einen Feuerwehreinsatz übernommen werden, regeln die Kommunen und Länder. Dort können Sie sich über Ihre regionalen Bestimmungen informieren. 

Fazit

Bei einem Brand oder Unfall muss es meistens schnell gehen. Da kommt beim Absetzen des Notrufs schnell einmal Verunsicherung auf. Im Prinzip können Sie jedoch wenig falsch machen. Denn die Mitarbeitenden in der Leitstelle sind auf diese Situation geschult und können Ihnen helfen.

Im betrieblichen Umfeld müsse ausreichend Meledeeinrichtungen vorhanden sein, damit schnell Hilfe gerufen werden kann. Wenn die betrieblichen Ersthelfe und Brandschutzhelfer vor Ort sind, können die Aufgaben besonders gut aufgeteilt werden.

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