Startseite » Erste Hilfe » Erste Hilfe – Wissen » Erste Hilfe bei… » Druckverband anlegen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Ein Arbeitsunfall kann je nach Betriebsform und Branche schnell mal passieren: Ein Schnitt mit einem Messer, eine Unachtsamkeit an einem Werkzeug oder einer Maschine, ein Sturz auf eine scharfe Kante. Wenn eine Wunde dabei stark blutet, zählt jede Minute. Genau hier ist der Druckverband die entscheidende Erste-Hilfe-Maßnahme, um die Blutung zu stoppen.
Welches Material Sie benötigen, wie Sie den Druckverband richtig anlegen und worauf Sie danach achten müssen, erfahren Sie hier.
Ein Druckverband legen Sie an, wenn eine Wunde so stark blutet, dass ein normaler Verband die Blutung nicht stoppen kann. Das passiert vor allem bei (tiefen) Schnittwunden oder Stichverletzungen, durch Messer, Sägen oder andere scharfe Werkzeuge.
Der Grund: Bei starkem Blutverlust besteht die Gefahr eines Schocks und im schlimmsten Fall kann die Verletzung lebensbedrohlich sein. Daher drückt der Druckverband gezielt auf die Wunde und stoppt so die Blutung, bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes.
Eine starke Blutung erkennen Sie daran, dass das Blut pulsierend aus der Wunde austritt oder auch ein einfacher Verband schnell durchweicht. Dann zählt jede Minute: Erst Druckverband anlegen und parallel den Notruf absetzen, im besten Fall durch eine zweite Person.
Für den klassischen Druckverband werden nur wenige Dinge benötigt, die in jedem Erste-Hilfe-Kasten zu finden sind: Kompresse, Verbandspäckchen, Mullbinde und Fixierpflaster gehören zur Grundausstattung eines Kastens nach DIN 13157 bzw. 13169.
Material
Sterile Einmalhandschuhe
Sterile Kompresse
Verbandspäckchen
Mullbinde o. Dreieckstuch
Fixierpflaster
Zweck
Zum Schutz vor dem Kontakt mit Blut und der Wunde
Verhindert das Eindringen von Schmutz
Bringt den nötigen Druck auf die Wunde
Fixiert Kompresse und Druckpolster
Sichert den Verband zusätzlich
Für einen Druckverband eignen sich vor allem die Körperstellen, die sich mit einer Mullbinde umwickeln lassen. Dazu gehören Arme und Beine.
Am Hals sollte kein Druckverband angelegt werden, da hier die Gefahr besteht, dass die Atmung oder der Blutfluss zum Gehirn beeinträchtigt wird. Auch an Kopf oder Rumpf lässt sich der Druckverband nicht befestigen. Üben Sie hier stattdessen Druck mit der Hand direkt auf die Wunde aus, um die Blutung zu stoppen.
Wichtig ist es den Druckverband bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes regelmäßig zu überprüfen. Achten Sie darauf, dass dieser nicht zu straff sitzt, da er sonst die Blutzirkulation abschnüren kann. Weiße Finger oder Zehen, Taubheitsgefühl oder Kribbeln in den betroffenen Gliedmaßen zeigen eine nicht ausreichende Durchblutung. Kontrollieren Sie ebenfalls das Bewusstsein, die Atmung und den Kreislauf der verletzten Person.
Der Druckverband bleibt, egal ob am Arm, Bein oder am Finger, bis der Notdienst eingetroffen ist auf der Wunde und wird nicht entfernt, auch wenn die Blutung nachlassen sollte. Das übernimmt das Rettungspersonal bei Bedarf vor Ort.
Durchblutet der Verband? Entfernen Sie diesen auf keinen Fall. Legen Sie stattdessen einen zweiten Druckverband über den ersten, mit einem weiteren Druckpolster und etwas mehr Zug beim Fixieren.
Einen Druckverband darf von jeder Person angelegt werden, die bei einem Arbeitsunfall anwesend ist. Das gehört zur allgemeinen Pflicht zur Hilfeleistung. Trotzdem müssen Unternehmen nach DGUV Vorschrift 1 eine ausreichende Anzahl ausgebildeter Ersthelfer haben, die im Notfall direkt und gezielt handeln können.
Nach dem Anlegen des Druckverbands muss die Erste-Hilfe-Leistung dokumentiert und mindestens fünf Jahre aufbewahrt werden. Dies geschieht meist in einem Verbandbuch oder Meldeblock.