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Interner oder externer Brandschutzbeauftragter im Unternehmen?

Wer einen Brandschutzbeauftragten (BSB) bestellen muss, steht schnell vor einer grundlegenden Frage: intern oder extern? Beide Varianten unterscheiden sich deutlich – bei der Haftung, der Qualität der Umsetzung und der täglichen Organisation des Brandschutzes im Betrieb.

Wir erklären, wie sich beide Varianten unterscheiden und welche Vor- und Nachteile sie jeweils mitbringen. So wissen Sie, worauf Sie bei der Wahl achten sollten und können eine fundierte Entscheidung treffen.

Brandschutzbeauftragter

Gesetzliche Grundlagen

Eine pauschale gesetzliche Pflicht zur Bestellung eines Brandschutzbeauftragten gibt es in Deutschland nicht. Die Notwendigkeit ergibt sich je nach Branche und Betrieb aus einem Brandschutzkonzept oder einer Baugenehmigung mit brandschutztechnischen Auflagen. Auch die jeweiligen Landesbauordnungen, die sich an der Musterbauordnung für Sonderbauten orientieren, sowie die ASR A2.2 können eine Bestellung erforderlich machen. Zudem legt die DGUV Information 205-003 die Mindestanforderungen an Qualifikation, Ausbildung und Bestellung verbindlich fest.

Was ist der Unterschied zwischen internem und externem BSB?

Intern handelt es sich um eine speziell ausgebildete Person, die vom Arbeitgeber schriftlich bestellt wird und im Unternehmen angestellt ist.

Ein externer Brandschutzbeauftragter ist dagegen eine vom Unternehmen unabhängige dritte Person, es kann sich auch um ein Unternehmen handeln, die extern beauftragt wird und nicht dem Betrieb angehört.

Intern vs. extern: Der Vergleich im Überblick

Kriterium

Verfügbarkeit                    Urlaub u. Krankheit

Betriebskenntnis         Kenntnisse der Abläufe

Perspektive                    Objektiver Blick              

Kosten                                Kostenstruktur                                                       

Interessenskonflikte    Neutralität                          

Haftung                                Zivil- u. strafrechtlich

Fachwissen                    Aktualität

Intern

Ausfall durch Urlaub u. Krankheit möglich

Sehr gut, fachliche Einarbeitung nötig

Mögliche Betriebs-blindheit

Ausbildung, Fortbildung, Arbeitsausfall

Mögliche Konflikte mit Führungsstrukturen

Zivil- u. strafrechtlich haftbar

Fortbildungspflicht liegt beim Unternehmer

Extern

Ausfall möglich, vertraglich absichern

Betriebliche Einarbeitung nötig

Unvoreingenommener Blick von außen

Nur nach Aufwand, transparent                          

Unabhängig von Führungsstrukturen

Zivilrecht auslagerbar, strafrechtlich haftbar

Kontinuierlich aktuell gehalten

Welche Vorteile hat die externe Lösung?

  • Vertretung und Verfügbarkeit: Urlaub und Krankheit treffen interne wie externe BSB gleichermaßen. Beim externen Dienstleister lässt sich das Risiko jedoch mit einer Vertretungsregelung direkt im Vertrag entschärfen.
  • Kein Ressourcenkonflikt im Betrieb: Ein interner BSB bindet dauerhaft einen Mitarbeitenden ans Thema Brandschutz, mit dem Risiko von Engpässen und Produktivitätsverlusten. Extern bestellt, bleibt das eigene Personal vollständig unbelastet.
  • Frischer Blick auf Brandgefahren: Mit unvoreingenommenem Blick identifiziert ein externer BSB Gefahrenquellen im baulichen, anlagentechnischen und organisatorischen Brandschutz, die im betrieblichen Alltag schnell übersehen werden können.
  • Transparente Kosten und aktuelles Fachwissen: Abgerechnet wird nach tatsächlichem Aufwand – ohne die laufenden Fortbildungs- und Ausfallkosten einer internen Lösung. Eine kontinuierliche Weiterbildung hält ihn dabei stets auf dem neuesten Stand.

Welche Nachteile hat die externe Lösung?

Ein externer Brandschutzbeauftragter kennt die Eigenheiten eines Betriebs zunächst nicht so gut wie ein interner BSB und er ist nicht ständig anwesend, sodass es an einer direkten Ansprechperson fehlen kann.

  • Fehlende Vor-Ort-Präsenz: Er ist nicht täglich im Betrieb. Bei akuten Fragen oder kurzfristigen Ereignissen steht ein externer Brandschutzbeauftragter nicht unmittelbar zur Verfügung, was in der Praxis zu Verzögerungen führen kann.
  • Einarbeitung nötig: Dadurch, dass ein externer Brandschutzbeauftragter den Betrieb sowie die betrieblichen Abläufe nicht kennt, ist eine Einarbeitung zu Beginn erforderlich. Das kostet anfangs auf beiden Seiten Zeit.

Was sind die Vorteile eines internen BSB?

Die interne Lösung hat einen entscheidenden Vorteil: Die bestellte Person kennt die betrieblichen Abläufe genau, ist regelmäßig vor Ort verfügbar und kann direkt auf brandschutzrelevante Vorfälle reagieren.

Diese enge Verbindung zum Betrieb und seinen spezifischen Risiken zahlt sich besonders bei sehr individuellen, komplex vernetzten Prozessen aus oder wenn eine enge Zusammenarbeit mit Feuerwehr und Behörden gefragt ist. Hier kann die kontinuierliche Anwesenheit eines eigenen BSB den entscheidenden Unterschied machen.

Wer haftet im Schadensfall?

Bei der Bestellung eines externen Beauftragten kann die zivilrechtliche Haftung weitgehend ausgelagert werden. Strafrechtlich gilt das nicht: Wer als BSB einen Missstand bewusst ignoriert, kann persönlich in die Verantwortung genommen werden, wenn dadurch ein Schaden entsteht. Das gilt unabhängig davon, ob intern oder extern bestellt wurde. Die Aufgabenübertragung sollte daher immer schriftlich festgehalten werden.

Interner oder externer BSB: Wann passt was?

Die richtige Wahl hängt von der Größe, Struktur und den Ressourcen des Betriebs ab.

  • Ein externer Brandschutzbeauftragter empfiehlt sich besonders für kleine und mittlere Unternehmen. Wer keinen eigenen Mitarbeiter dauerhaft freistellen kann oder will, fährt extern oft effizienter. Zudem gewinnt ein erfahrener Dienstleister bei überschaubarer Betriebsgröße schnell den nötigen Überblick. Wer von spezialisierter Fachkompetenz ohne eigenen Fortbildungsaufwand profitieren möchte, ist mit der externen Lösung gut beraten. Dasselbe gilt, wenn die zivilrechtliche Haftung ausgelagert werden soll.
  • Ein interner BSB ist dann sinnvoll, wenn eine kontinuierliche Vor-Ort-Präsenz unerlässlich ist und ausreichend personelle Ressourcen vorhanden sind, um die Aufgabe ernsthaft wahrzunehmen. Auch bei sehr komplexen und spezifischen betrieblichen Abläufen kann eine tiefe interne Einbindung klare Vorteile bringen.

Fazit

Ob intern oder extern, beide Varianten können Ihren Betrieb rechtssicher durch den Brandschutz führen. Die externe Lösung punktet bei Flexibilität, Kostentransparenz und stets aktuellem Fachwissen, während die interne Variante durch Nähe zum Betrieb und ständige Präsenz überzeugt.

Entscheidend ist, welche Faktoren für Ihr Unternehmen am meisten wiegen: Setzen Sie auf schlanke Strukturen und Planungssicherheit, ist der externe BSB meist die bessere Wahl. Brauchen Sie dagegen jemanden, der den Betrieb von innen kennt und jederzeit greifbar ist, fährt die interne Lösung besser.

Mit unserer Checkliste können Sie sich schnell einen Überblick über alle weiteren Pflichten und Aufgaben rund um die Funktion verschaffen.