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Was macht ein Brandschutzbeauftragter? Aufgaben im Überblick

Die Bestellung zum Brandschutzbeauftragten bringt eine Vielzahl an Tätigkeiten mit sich – doch was genau sind die Brandschutzbeauftragter-Aufgaben und was bedeuten sie im betrieblichen Alltag? Ob Brandschutzordnung, Begehungen oder Evakuierungsübungen: Die Anforderungen sind umfangreicher als viele vermuten.

Im Folgenden klären wir Sie über die Brandschutzbeauftragter-Aufgaben auf.

Brandschutzbeauftragter mit Klemmbrett

Gesetzliche Grundlagen

Eine pauschale gesetzliche Pflicht zur Bestellung gibt es in Deutschland nicht. Ob ein Brandschutzbeauftragter (BSB) erforderlich ist, hängt von den betrieblichen Gegebenheiten sowie möglichen Auflagen durch Behörden oder Versicherungen ab. Demnach kann sich die Notwendigkeit aus dem Zusammenspiel von ArbSchG, ASR A2.2, DGUV Information 205-003 und den Landesbauordnungen ergeben.

Was ist ein Brandschutzbeauftragter?

Er ist die zentrale Fachkraft für Brandschutz im Betrieb. Mit einer speziellen Ausbildung berät und unterstützt er den Arbeitgeber in allen Bereichen – vom vorbeugenden über den organisatorischen bis zum abwehrenden Brandschutz. Dabei liegt der Hauptfokus auf der Prävention: Brände verhindern, bevor sie entstehen, Mitarbeitende schützen und Sachwerte sichern.

Wie sehen die Brandschutzbeauftragter-Aufgaben aus?

Planung und Beratung

Aufgabe

  1. Brandschutzordnung erstellen
  2. Brandgefährdung beurteilen
  3. Bei feuergefährlichen Arbeiten beraten
  4. Bei Neu- und Umbauten mitwirken
  5. Feuerlöscher und Löschmittel auswählen
  6. Beim Brandschutzkonzept mitwirken
  7. Investitionen beurteilen

Was es in der Praxis Bedeutet

  1. Regelt klare Rollen im Brandfall
  2. Gefährdete Bereiche erkennen
  3. Sicherheitsvorgaben für riskante Tätigkeiten
  4. Brandschutz frühzeitig berücksichtigen
  5. Passendes Löschmittel pro Brandrisiko
  6. Ganzheitlicher Blick auf den Betrieb
  7. Einschätzung zu neuen Anlagen

Kontrolle und Begehung

Aufgabe

  1. Flucht- und Rettungspläne prüfen
  2. Brandschutzbegehungen durchführen
  3. Mängel melden und überwachen
  4. Lagerung brennbarer Stoffe prüfen
  5. Fluchtwege kontrollieren
  6. Brandschutztechnik warten lassen
  7. Feuergefährliche Arbeiten überwachen

Was es in der Praxis Bedeutet

  1. Anpassung nach baulichen Änderungen 
  2. Regelmäßige Kontrollen, Mängel dokumentieren
  3. Mängelbehebung sicherstellen
  4. Ordnungsgemäße Lagerung von Gefahrstoffen
  5. Keine Hindernisse im Fluchtweg
  6. Funktionsfähigkeit der Anlagen sicherstellen
  7. Sicherheitsauflagen bei riskanten Tätigkeiten begleiten

Schulung und Kommunikation

Aufgabe

  1. Evakuierungsübungen durchführen
  2. Brandschutzunterweisungen unterstützen
  3. Brandschutzhelfer ausbilden
  4. Mit Behörden und Versicherer kommunizieren

Was es in der Praxis Bedeutet

  1. Mindestens einmal jährlich – planen, ankündigen, auswerten
  2. Unterstützung bei der jährlichen Brandschutzunterweisung
  3. Vorgeschriebene Anzahl erfüllen
  4. Zentraler Ansprechpartner für Behörden und Feuerwehr

Notfall und Dokumentation

Aufgabe

  1. Ersatzmaßnahmen bei Anlagenausfall
  2. Notfallmanagement mitgestalten
  3. Alles dokumentieren

Was es in der Praxis Bedeutet

  1. Handlungsanweisung bei Defekten
  2. Vielfältige Gefahren mitdenken
  3. Protokolle, Berichte und Jahresbericht

Wichtig: Nicht alle Brandschutzbeauftragter-Aufgaben müssen automatisch übernommen werden. Der Unternehmer legt sie gemeinsam mit der ausgewählten Person schriftlich im Bestellungsschreiben fest – individuell zugeschnitten auf die betrieblichen Anforderungen, inklusive erforderlicher Fortbildungen.

Haftet der BSB persönlich?

Eine pauschale persönliche Haftung gibt es nicht, denn die Gesamtverantwortung für den Brandschutz trägt der Arbeitgeber. Wenn jedoch bekannte Mängel nicht meldet, Aufgaben nachweislich nicht erfüllt oder Dokumentationspflichten dauerhaft vernachlässigt werden, kann sich im Schadensfall nicht auf diese Schutzwirkung berufen werden.

Gilt das für alle Branchen gleich oder gibt es Unterschiede?

Die Brandschutzbeauftragter-Aufgaben sind in der DGUV 205-003 einheitlich geregelt. Was sich jedoch stark unterscheidet, sind die Schwerpunkte, die je nach Branche und Betrieb gesetzt werden müssen. Sogar in gleichartigen Unternehmensarten müssen oft aufgrund individueller Unterschiede die Schwerpunkte unterschiedlich gesetzt werden.

Ob die Funktion des Brandschutzbeauftragten benötigt wird und er extern bestellt oder intern ausgebildet werden muss, ergibt sich aus der konkreten Situation im Unternehmen. Die Notwendigkeit kann sich aus der Gebäudeart ergeben, etwa bei Sonderbauten wie Krankenhäusern, Pflegeheimen oder großen Industriebauten, wobei die genauen Schwellenwerte je nach Landesbauordnung variieren.

Ebenso kann sie aus behördlichen Auflagen, vertraglichen Anforderungen von Versicherern oder Auftraggebern oder aus dem Ergebnis der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung folgen. Trifft auch nur einer dieser Punkte zu, ist eine Bestellung in der Regel nicht mehr vermeidbar.

Welche Voraussetzungen muss der BSB dafür mitbringen?

Nicht jeder kann ohne weiteres zu dieser Funktion, mit ihren vielfältigen Brandschutzbeauftragter-Aufgaben, bestellt oder ausgebildet werden. Die DGUV 205-003 fordert gewisse Voraussetzungen, wie eine abgeschlossene Berufsausbildung sowie eine anerkannte Ausbildung mit mindestens 64 Unterrichtseinheiten, eine technische Ausbildung ist dagegen keine Pflicht. Entscheidend sind stattdessen persönliche Eigenschaften wie technisches Verständnis, Kommunikationsstärke und Zuverlässigkeit.

Fazit

Die Brandschutzbeauftragter-Aufgaben sind vielfältig: Von der Planung über die Kontrolle bis zur Schulung. Wer die Funktion ernst nimmt, sorgt dafür, dass Brandschutz im Unternehmen nicht auf dem Papier bleibt, sondern im Alltag gelebt wird. Das schützt Mitarbeitende, sichert den Versicherungsschutz und bewahrt das Unternehmen im Ernstfall vor den schlimmsten Konsequenzen.

Unsere Checkliste fasst die wichtigsten Punkte rund um die Funktion übersichtlich zusammen.