Feuerlöscher - Kriterien zur Auswahl

Feuerlöscher unterscheiden sich durch drei wesentliche Merkmale

  • einmal durch die Bauart,
  • durch das Löschmittel und
  • die damit abgedeckte Brandklasse

Technische Unterschiede

Bezüglich der Bauart gibt es den Dauerdrucklöscher und den Aufladelöscher. Wie der Name beim Dauerdrucklöscher schon verrät, steht dieser unter permanentem Druck, da sich Löschmittel und Druckgas im gleichen Behälter befinden.

Der Aufladelöscher hingegen besteht aus zwei verschiedenen Behältern – der sichtbare rote Behälter mit dem Löschmittel und im Inneren ist eine kleinere Flasche mit Treibgas. 

Bauart oder Technik: Dauerdruck- oder Aufladelöscher

Beim Aufbau gibt es generell zwei Typen: Aufladefeuerlöscher oder Dauerdruckfeuerlöscher.

Diese beiden Typen unterscheiden sich im Aufbau und in der Technik. Wie man vom Namen ableiten kann, steht der Dauerdrucklöscher unter permanentem Druck. Denn dort befinden sich Löschmittel und Treibgas im gleichen Behälter. Während der Aufladelöscher nicht unter permanenten Druck steht, da Löschmittel und Treibgas sich in unterschiedlichen Behältern befinden.

Die Technik beeinflusst auch Unterschiede in der Auslösung. Somit ist beim Löschen eines Brandes mit dem Aufladefeuerlöscher ein zusätzlicher Schritt nötig.  Denn diesen muss man zunächst aktivieren, wohingegen der Dauerdruckfeuerlöscher direkt einsatzbereit ist. 

In dem Artikel “Aufladefeuerlöscher vs. Dauerdruckfeuerlöscher”  haben wir beide Modelle miteinander vergleichen. Sie erfahren über Vor- und Nachteile der jeweiligen Löscher.

Sind Dauerdruck- oder Aufladelöscher besser?

Der Dauerdruckfeuerlöscher überzeugt durch seine einfache Bedienung und seiner günstigen Anschaffungskosten. Dieser hat aber den Nachteil, dass bei einer defekten Dichtung ein schleichender Druckmittelverlust eintreten kann. Deshalb sollte man beim Kauf darauf achten, dass man einen mit Manometer kauft. So kann man sicherstellen, dass der Löscher genug Druck hat. Zudem ist der Dauerdrucklöscher einfacher zu bedienen, da man das Treibgas nicht mit einem zusätzlichen Schritt aktivieren muss. 

Beim Aufladefeuerlöscher sind die Anschaffungskosten wesentlich höher als beim Dauerdrucklöscher. Dafür ist die Wartung etwas einfacher. Schließlich spart sich der Fachbetrieb eine zweite Anfahrt. Denn beim Dauerdrucklöscher muss 24 Stunden nach der Wartung der Druck kontrolliert werden. Desweiteren kann ein Druckmittelverlust beim Aufladefeuerlöscher nahezu ausgeschlossen werden. Immerhin befindet sich das Treibgas in einem separaten Behälter. Er hat auch eine etwas längere Lebensdauer als der Dauerdrucklöscher. Beim Aufladelöscher geht man von 25 Jahren aus, bei einem Dauerdruck von 20 Jahren. 

Zusammenfassend kann man sagen, dass beide Feuerlöscherarten den Brand gleich effektiv löschen. Allerdings punktet der Dauerdrucklöscher durch die einfache Handhabung und der günstigen Anschaffungskosten. Wenn man den Dauerdrucklöscher zentral wartet, sind auch die Wartungskosten nicht teurer als beim Aufladelöscher

Müssen Feuerlöscher geprüft werden?

Mit dem Kauf des Feuerlöschers kommt auch die regelmäßige Wartung hinzu. Gemäß der DIN 14406 müssen Feuerlöscher im Abstand von maximal 2 Jahren gewartet werden durch eine sachkundige Person. Allerdings gilt diese Regelung nur für Unternehmen. Empfehlenswert ist es aber für alle, da so sichergestellt wird, dass ein Feuerlöscher im Ernstfall funktionstüchtig ist.

In Deutschland muss jeder Feuerlöscher nach der DIN E3 zertifiziert sein. Ebenso muss sich auf jedem Feuerlöscher eine Prüfplakette mit den Wartungsfristen befinden. Natürlich sind alle unsere angebotenen Feuerlöscher nach den deutschen Sicherheitsstandards geprüft und zertifiziert. 

Feuerlöscher inklusive Wartung und Service

Brandklassen

Warum sind Brandklassen wichtig?

Die DIN E2 kategorisiert die Feuerlöscher nach verschiedenen Brandklassen. Dabei repräsentiert jede Brandklasse eine bestimmte Stoffeigenschaft. Dies ist wichtig da jeder Stoff anders auf einen Brand reagiert. Somit werden Stoffe in Brandklassen zusammengefasst, damit man auch zum richtigen Löschmittel greifen kann.

Handelt es sich beispielsweise um einen Fettbrand ist Wasserfeuerlöscher nicht geeignet. Denn im schlimmsten Fall führt dies zu einer Fettexplosion! Da eignet sich nur ein Feuerlöscher der mit der Brandklasse F gekennzeichnet ist. Deshalb sollten Sie beim Kauf eines Feuerlöschers auf die Kennzeichnung der Brandklassen achten. Damit Sie im Ernstfall zum richtigen Feuerlöscher greifen!

Welcher Feuerlöscher für welche Brandklasse?

Da jeder Stoff bei einem Brand anders reagiert, muss es auch unterschiedliche Löschmittel geben. Ein typisches Beispiel: Bei einem Fettbrand sollte keinesfalls ein Wasserfeuerlöscher eingesetzt werden. Hierbei wird durch die Reaktion im schlimmsten Fall eine Fettexplosion ausgelöst. Deshalb sollten Sie beim Feuerlöscher Kauf vor allem auf die Brandklassen achten!

Das ist insbesondere bei Elektrobränden, Metall oder Speisefetten der Fall. Die verschiedenen Stoffe sind in sogenannte Brandklassen unterteilt. Demnach sind verschiedene Löschmittel auch für verschiedene Brandklassen geeignet.

Hier finden Sie eine Übersicht mit den 6 gängigsten Löschmitteln und dessen Brandklassen, Eigenschaften und empfohlene Einsatzbereiche.

Löscher Brandklasse Eigenschaften Einsatzbereich
Pulver-Feuerlöscher A,B,C hohe Löschkraft, günstige Anschaffungskosten, frostsicher bis zu -30°C Außenbereich z.B. Lager, Garage
Schaum-Feuerlöscher A, B hohe Löschkraft, geringe Löschmittelschaden Innenbereiche z.B. Büroräume, Pausenräume, Zuhause
Wasser-Feuerlöscher A schwache/mittlere Löschkraft, keine Löschmittelrückstände, umweltfreundlich Innenbereiche z.B. Büroräume, Pausenräume, Zuhause
CO2-Feuerlöscher B hohe Löschkraft, rückstandsfreie Löschung, keine Löschschäden Empfindliche Bereiche z.B. Serverräume
Metallbrand-Feuerlöscher D hohe Löschkraft, frostsicher bis zu -30°C Industrie
Fettbrand-Feuerlöscher A, B, F hohe Löschkraft Küche

Feuerlöscher-Bedarf berechnen

WIe viele Feuerlöscher werden im Betrieb benötigt?

Die Art und die Anzahl der Feuerlöscher wird in der Arbeitsstättenrichtlinie 2.2. festgelegt. Dabei spielen zwei Informationen eine wichtige Rolle:

  • die Gesamtfläche des Unternehmens und
  • die Gefährdungsbeurteilung.

Dabei werden im Unternehmen, Räume und Flächen in unterschiedliche Brandabschnitte eingeteilt. Denn je nach Quadratmetergröße des Brandabschnitts, ist eine bestimme Anzahl an Löschmitteleinheiten, abgekürzt LE erforderlich. Jedem Feuerlöscher wird je nach Art und Größe, eine bestimmte Anzahl von Löscheinheiten zugeordnet. Also sollte bei der Anschaffung eines Feuerlöschers unbedingt auf die LE geachtet werden. 

Hier ist eine Übersicht über die benötigten LE pro Quadratmeter, wenn man von einer normalen Brandgefährdung ausgeht. 

Übersicht Löschmitteleinheiten für den Feuerlöscher Kauf

Wie viele Feuerlöscher werden Bei erhöhter Brandgefährdung benötigt?

Die Gefährdungsbeurteilung ermittelt, ob im Betrieb eine normale oder erhöhte Brandgefährdung vorliegt. Demnach liegt eine erhöhte Brandgefährdung vor, wenn sich im Betrieb z.B. viele entzündbare Materialien befinden oder Arbeiten mit einer Feuergefahr durchgeführt werden beispielsweise Schweißen, Trennschleifen oder Löten. Wenn dies der Fall ist, muss man zusätzliche Brandschutzmaßnahmen ergreifen. Da so die Betriebssicherheit gewährleistet werden kann. Eine Maßnahme ist beispielsweise die Verdopplung der Feuerlöscher bzw. der Löscheinheiten. 

Falls Sie Ihren Bedarf noch nicht kennen, können Sie den mithilfe des Brandschutz-Zentrale Kalkulator berechnen. 

Berechnung der benötigten Anzahl Löscheinheiten

Löscheinheiten dienen über die Grundlast nach qm zur Berechnung der Anzahl Pulver- oder Schaumlöscher. Dabei einfach Anzahl Löscheinheiten der Feuerlöscher addieren, bis Sie zur berechneten Zahl kommen.

Fettbrandlöscher: Menge des Speiseöls oder -fetts in Liter bestimmen. Rating “F” gibt Hinweis bei Löscher. “40F” löscht 40 Liter.

CO2-Löschern:  Pro 11qm Raumgröße max. 1kg Co2 einplanen.

Anzahl Ebenen im Betrieb?

Betriebsfläche in qm

(z.B. für den Außenbereich)

Erhöhte Brandgefährdung?

Notwendige Löscheinheiten

Schaum - Feuerlöscher

Pulver - Feuerlöscher

Fettbrand - Feuerlöscher

Kohlendioxid - Feuerlöscher

Metallbrand - Feuerlöscher

Wasser - Feuerlöscher

Position und Einsatz von Feuerlöschern

Wie benutzt man einen Feuerlöscher?

Je nach Bauart des Feuerlöschers – Aufladelöscher oder Dauerdrucklöscher – muss der Feuerlöscher auf unterschiedliche Weise ausgelöst werden.

Bei derAuflade-Vatiante muss das separate Treibmittel erstmal aktiviert werden. Dafür wird der rote Push-Button oben auf dem Löscher gedrückt. Da beim Dauerdrucklöscher beide Stoffe im gleichen Behälter sind, muss nur der Sicherheitsstift entfernt werden. 

Jetzt wissen Sie wie man beide Feuerlöscher auslöst. Hier sind noch ein paar Tipps, wie sie einen Feuer im Ernstfall effektiv löschen können.

  • Immer mit der Windrichtung löschen 
  • Das Löschmittel auf die Glut zielen
  • Den Feuerlöscher in Stößen auslösen 
  • Je nach Brandgröße, sollten mehrere Feuerlöscher eingesetzt werden
  • Den Brandort nicht sofort verlassen, sondern Rückzündungen abwarten. Deshalb immer einen Feuerlöscher parat halten! 
Feuerlöscher im Einsatz

Da es zwei verschiedene Arten des Aufbaus eines Feuerlöschers gibt, gibt es auch unterschiedliche Techniken beim Löschen eines Brandes. So kommt beim Aufladefeuerlöscher noch ein Schritt mehr hinzu, als beim Dauerdruckfeuerlöscher. Bei beiden muss zunächst eine Sicherung entfernt werden. Der Dauerdruckfeuerlöscher ist dann unmittelbar nach dem Entfernen des Sicherheitsstiftes einsatzbereit. Dahingegen muss man beim Aufladelöscher noch auf den Knopf oben auf dem Feuerlöscher schlagen, damit das Löschmittel unter Druck gesetzt wird. Dann kann man den Löschschlauch, beziehungsweise die Löschpistole, auf die Quelle des Brandes richten und beginnen, das Feuer stoßweise zu löschen. 

Genauere Informationen zu den Löschtechniken bei unterschiedlichen Bränden finden Sie hier.

Wo muss der Feuerlöscher positioniert sein?

  • Sichtbar positionieren, sodass ihn jeder im Raum finden kann.
  • Griffhöhe sollte zwischen 80 cm und 120 cm liegen. 
  • Laufweg zum nächsten Feuerlöscher darf max. 20 Meter betragen. Bei erhöhter Brandgefahr sogar nur 10 Meter!
  • Feuerlöscher vor Umwelteinflüssen und Witterungen schützen z.B. durch eine Schutzhaube oder einen Feuerlöscherkasten. 
  • Kennzeichnung des Feuerlöscher durch das rote Hinweisschild 

Eine Alternative zum Kauf stellt die Miete dar.
Die Brandschutz-Zentrale bietet die Möglichkeit, Feuerlöscher im Abo zu erwerben. Der Vorteil gegenüber eines Kaufes besteht darin, dass Sie sich weder um den Erwerb im Baumarkt kümmern müssen, noch um die Wartung, welche alle zwei Jahre ansteht.
Die im Abo gekauften Feuerlöscher werden Ihnen ganz einfach und kontaktlos per Post geliefert. Alle zwei Jahren werden Ihre Feuerlöscher dann ausgetauscht und von uns gewartet. Auch das läuft kontaktlos und ohne Termine ab.
Ein weiterer Vorteil: Jeder Feuerlöscher fließt wieder in den Kreislauf zurück und muss nicht nach zwei Jahren “entsorgt” werden.

Sie haben weitere Fragen zu unserer Kauf-Alternative? Melden Sie sich gerne per E-Mail oder nutzen Sie unser Kontaktformular. Telefonisch erreichen Sie uns unter 0521 89880940.

Der Lebenszyklus eines Feuerlöschers

Der Lebenszyklus eines Feuerlöschers ist im Grunde sehr simpel: man muss den Feuerlöscher kaufen, regelmäßig prüfen und dann entsorgen. Dabei spielt es natürlich auch eine Rolle, ob Sie den Löscher privat oder gewerblich nutzen. Denn privat ist die Feuerlöscher Wartung nicht verpflichtend. Im gewerblichen Umfeld hingegen muss man den Feuerlöscher alle zwei Jahre prüfen lassen. Dadurch kann man sichergehen, dass der Löscher jederzeit einsatzbereit ist. Doch durch diese regelmäßige Wartung gibt es auch ein wiederkehrendes Problem: die Organisation. Denn das verspricht eine Menge Aufwand. Daher hat die Brandschutz-Zentrale eine Alternative geschaffen: Sie müssen den Feuerlöscher nicht mehr kaufen, sondern können ihn einfach mieten. Dabei ist die Wartung bereits inklusive.

Genaueres zu den einzelnen Lebensabschnitten können Sie hier nachlesen.