Automatisierter externer Defibrillator - kurz: AED

Laut dem Deutschem Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung E.V. (Zugriff: April 2021) sterben in Deutschland jährlich ca. 65.000 Menschen am plötzlichen Herztod. Kommt es bei den Betroffenen zu einem Herzstillstand, der das Verlieren des Bewusstseins und Aussetzen der Atmung zur Folge hat, müssen sofort Gegenmaßnahmen getroffen werden. Jede Minute, die das Herz nicht schlägt, sinkt die Überlebenschance um zehn Prozent. Zu den Maßnahmen gehören neben dem Absetzen eines Notrufs und der Herzdruckmassage, auch der Einsatz eines Defibrillators. Im folgenden Text beantworten wir Ihnen die häufigsten Fragen zum Thema Defibrillatoren, die insbesondere Arbeitgeber betreffen. Hier können Sie AEDs und passendes Zubehör kaufen.

Was bedeutet AED?

Bei einem automatisierten externen Defibrillator (AED) handelt es sich um ein medizinisches Gerät zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen. Dessen Anwendung ist recht einfach, daher eignet er sich besonders für den Einsatz von Laien im Bereich der ersten Hilfe.

Wie funktioniert ein AED?

Der Ersthelfer befestigt am Brustkorb der betroffenen Person zwei Flächenelektroden, durch die ein oder mehrere Elektroschocks verabreicht werden. Ob eine defibrillierbare Herzrhythmusstörung vorliegt, erkennt das Gerät selbstständig mit Hilfe einer automatischen EKG-Analyse.

Warum und wann ist die Anschaffung eines AEDs sinnvoll?

In Deutschland gibt es keine Pflicht zur Anschaffung und Bereitstellung eines AED durch Unternehmen. Dennoch ist ihre Anschaffung sinnvoll, um im Bedarfsfall umgehend lebenserhaltende Maßnahmen zu beginnen. Vor allem an stark besuchten Orten mit hohen Mitarbeiter- oder Besucherzahlen ist ein AED zu empfehlen. Zudem kann auch die jeweilige Altersstruktur der Personen vor Ort mit in die Entscheidung einfließen. Bei bestehenden betriebsspezifischen Gefahren (z.B. Elektrizität) und einer  zu erwartenden hohen Zeitdauer zwischen Absetzen eines Notrufs und Eintreffen von Krankenwagen/Notarzt (z.B. in ländlichen Gebieten) ist ein AED ebenfalls zu empfehlen.

Welche Arten von AEDs gibt es?

Es gibt mehrere Unterschiede, die Sie bei der Anschaffung von AED berücksichtigen sollten.

  • AED unterscheidet man hauptsächlich in voll- und halbautomatische Defibrillatoren. Vollautomatische AED geben den Elektroschock selbstständig ab, die Aufgabe des Ersthelfers besteht also ausschließlich im Starten des Geräts und Anbringen der Elektroden. Halbautomatische AED führen die Analyse des Patienten durch und fordern den Ersthelfer auf, falls notwendig, den Elektroschock per Knopfdruck auszulösen.

  • Zumeist kommen in öffentlichen Bereichen Laien-AED zum Einsatz, um eine einfache Anwendung sicherzustellen. Unternehmen haben aber auch die Möglichkeit, einweisungspflichtige AED zu wählen.

  • AED gibt es sowohl mit, als auch ohne Display. Da allerdings alle Geräte die Ersthelfer über eine deutliche Sprachanweisung durch den gesamten Prozess anleiten, ist ein Display nicht unbedingt notwendig.

  • Die Energieversorgung von AED findet entweder per Batterie oder Akku statt. Bei batteriebetriebenen AED, müssen Sie die Batterien alle zwei bis fünf Jahre austauschen, sofern das Gerät in dieser Zeit nicht zum Einsatz kam. Auch bei akkubetriebenen AED muss die Pflege und das Laden der Stromquelle sorgfältig sichergestellt werden.

  • Sollte ein kleines Kind einen Herzstillstand erleiden, ist es empfehlenswert, aber nicht unbedingt notwendig, Kinderelektroden zu benutzen. Durch die Verwendung der speziellen Elektroden sorgt der AED für die für Kinder notwendigen Anpassungen (z.B. Abschwächung des zuzufügenden Stromschocks). Sollte der Einsatz von Kinderelektroden nicht möglich sein oder zu lange dauern, kann und darf man einen AED auch mit Erwachsenenelektroden nutzen (siehe European Resuscitation Council). Einige der AED besitzen auch eine Kindertaste oder einen Kinderschlüssel. Allerdings kommen bei Kindern Kreislaufstillstände mit einem Kammerflimmern als Ursache äußerst selten vor.

  • AED lassen sich je nach Modell in bestimmte Schutzklassen unterteilen. In der Regel wird zwischen IP55 (vor Staub und Strahlwasser aus beliebigem Winkel geschützt) und IP56 (vor Staub und starkem Strahlwasser geschützt) unterschieden. Insbesondere Geräte, die für den  Einsatz im Außenbereich gedacht sind, sollten nach IP56 geschützt sein.

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Müssen AEDs regelmäßig gewartet werden?

Batterien und Elektroden muss man nach jedem Gebrauch oder nach der vom Hersteller angegebenen Lebenszeit austauschen. Die Wartung der Batterien und Elektroden kann durch eine im Betrieb als beauftragte Person durchgeführt werden, die zudem eine regelmäßige (Sicht-) Prüfung des Gerätes vornimmt.

Nach §11 MPBetreibV müssen AED alle zwei Jahre einer sicherheitstechnischen Kontrolle (STK) durch geschultes Fachpersonal unterzogen werden. Eine Ausnahme gilt für AED, die sich im öffentlichen Raum befinden und für die Anwendung durch Laien vorgesehen sind. Die STK kann entfallen, sofern die Geräte selbst-testend sind und zeitgleich eine regelmäßige Sichtprüfung durch den Betreiber erfolgt. Als öffentlicher Raum gelten Flächen, die der Öffentlichkeit frei zugänglich sind.

Welche gesetzlichen Normen müssen berücksichtigt werden?

Da AED zu den medizinischen Geräten zählen, gilt für sie das Medizin-Produkte-Gesetz (MPG) und für den Betreiber des Produkts, also dementsprechend das jeweilige Unternehmen, die Medizinprodukte-Betreiber-Verordnung (MPBetreibV).

Weitere Informationen zu den AED und der Anwendung bietet die DGUV in ihrer Publikation “Automatisierte Defibrillatoren im Rahmen der betrieblichen Ersten Hilfe”.

Ist für die richtige Verwendung eines AEDs eine Schulung erforderlich?

Generell ist eine Schulung zur Verwendung eines AED nicht Voraussetzung. Allerdings sollte der vom Betreiber Beauftragte gut informiert und somit in der Lage sein, auch bei möglichen Fragen beratend zur Seite zu stehen. Manche AED erfordern Fachkompetenz, diese werden jedoch überwiegend von medizinischem Personal genutzt.

Im Zuge der Erste Hilfe Schulung lernen die Teilnehmern die richtige Verwendung von AED durch Demonstration und praktische Übungen.

Ist ein Kauf oder eine Miete sinnvoller?

Unternehmen stehen bei der Anschaffung von Defibrillatoren vor der Wahl zwischen einem Kauf oder einem Mietgeschäft. Um die richtige Wahl zu treffen ist es wichtig, die im Unternehmen herrschende Situation und die in der Miete inkludierten Leistungen genau zu analysieren. Es darf zudem nicht vergessen werden, dass die Kosten eines AED nicht beim Anschaffungspreis bleiben. Denn hinzu kommen beispielsweise auch den Wechsel von Elektroden und Batterien, ein mögliches Softwareupdate oder die sich wiederholende STK.

Für mehr Informationen zu Defibrillatoren, lesen Sie unseren Beitrag über Defibrillatoren im Betrieb! Kaufen Sie jetzt den passenden AED für ihr Unternehmen. Wir bieten Ihnen eine breite Auswahl an Produkten an.