Fachkunde Gefährdungsbeurteilung: Wer darf die Gefährdungsbeurteilung durchführen?

Die Gefährdungsbeurteilung dient für die Unternehmen als Grundlage für alle weiteren Maßnahmen im Bereich Sicherheit, Gesundheit und Arbeitsschutz. Auf der Brandschutzzentrale wurde bereits der Ablauf einer Gefährdungsbeurteilung beschrieben und die wesentlichen Fragen zum Thema Gefährdungsbeurteilung beantwortet. Dabei wird immer wieder der Begriff der für eine Gefährdungsbeurteilung vorgeschriebenen Fachkunde verwendet. Im Folgenden wird eine generelle Aussage darüber getroffen, bis zu welchem Zeitpunkt der Arbeitgeber fachkundig ist und somit eine Gefährdungsbeurteilung durchführen kann.

Platzhalter mit logo

Rechtliche Grundlagen

Aufgrund des Arbeitsschutzgesetzes ist der Unternehmer zu einer Beurteilung von möglichen Gefährdungen im Arbeitsumfeld des Arbeitnehmers verpflichtet. Diese Bestimmungen werden von der DGUV Vorschrift 1 übernommen, eine Konkretisierung der fachlichen Voraussetzung findet allerdings erst in der TRGS 400 (2017-07) „Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen“ statt. 

Dabei wird unter 3.1. festgelegt, dass die Verantwortung beim Arbeitgeber liegt und von einer fachkundigen Person durchgeführt werden soll.

Fachkunde wird unter 4.1. als geeignete Berufsausbildung, -erfahrung oder zeitnah ausgeführte berufliche Tätigkeit sowie dem Vorliegen von Kompetenz im Arbeitsschutz beschrieben. 

Problem

Um für die Arbeitgeber die Frage zu beantworten, ab welchem Punkt die Fachkunde eines Arbeitgebers aufhört und er verpflichtet ist, sich extern beraten zu lassen, geben wir im folgenden eine Leitlinie an die Hand, die dem Unternehmer bei seiner Entscheidung hinsichtlich der Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung unterstützt kann. Wichtig ist zunächst, dass es bei der Gefährdungsbeurteilung immer auf die individuellen Umstände ankommt, die im jeweiligen Betrieb vorliegen. Das ist pauschal aus der Ferne nicht zu beurteilen.

Orientierungsmöglichkeit

Der Unternehmer trägt die Verantwortung und muss daher selbst entscheiden, inwiefern er die Gefahren einschätzen kann. Ist er sich nicht sicher, sollte er einen Experten mit einbeziehen.

Der Arbeitgeber muss aufgrund seiner Verantwortung somit nach eigenem Gewissen festlegen, ob er sich befähigt fühlen, eine Gefährdungsbeurteilung ordnungsgemäß durchzuführen. Durch eine Teilnahme am Unternehmermodell wird es den Arbeitgebern ermöglicht, die benötigten Kenntnisse für eine Einschätzung von Gefahren aufzubauen oder zu erweitern

Weiterbildung durch das Unternehmermodell

Für Unternehmen mit 30/50 Mitarbeitern (je nach Branche verschieden), wird von den Berufsgenossenschaften das Unternehmermodell angeboten. Das Ziel dabei ist, dass der Unternehmer in der Lage sein soll, seinen Bedarf für Hilfe durch Betriebsärzte und Sicherheitsfachkräfte selbst zu erkennen und Gefahren eigenständig zu bewerten. Das Unternehmermodell wird in Form von einmaligen Seminaren der jeweiligen Berufsgenossenschaften angeboten. Die dort erlangten Kenntnisse müssen alle drei bis fünf Jahre durch eine Fortbildung wieder aufgefrischt werden. 

Erhalten Sie monatlich Informationen zu Brandschutz, Arbeitssicherheit und Erste Hilfe sowie aktuelle Angebote.

Kontaktieren Sie uns auch
telefonisch oder per E-Mail

kontakt@brandschutz-zentrale.de

+49 521 898 809-40

Wir nutzen Ihre Kontaktinformationen nur, um Sie bezüglich unserer Produkte und Dienstleistungen zu kontaktieren.

Sie können sich jederzeit von diesen Benachrichtigungen abmelden.